Am europäischen Schweinemarkt sucht die Schlachtbranche - trotz unüberhörbarer Kritik vom Fleischmarkt wegen der seit Mai um zirka 30 Prozent gestiegenen Schweinepreise - vehement nach schlachtreifen Schweinen. Während bei den Stückzahlen von bis zu 10 Prozent unterdurchschnittlichen Mengen berichtet wird, sind auch die Schlachtgewichte seit Jahresbeginn um rund 3 bis 4 Prozent gesunken. Das heißt, der europäische Fleischmarkt wird aktuell zirka 15 Prozent unter dem Volumen vom Jahreswechsel beschickt, berichtet das AIZ Wien. Vor diesem Hintergrund wurde in Deutschland und Frankreich die Notierung um weitere 3 Cent nach oben gesetzt. Ähnliche Aufwärtsbewegungen melden Belgien und Spanien.

In Österreich werden Partien vorgezogen

Auch in Österreich sind Schlachtschweine Mangelware. Vereinzelt werden Partien vorgezogen und landen damit früher als geplant und mit weiter rückwärts tendierenden Schlachtgewichten am Schlachthaken. Die Kritik der Fleischbranche über die Schweinepreisentwicklung ist eine Konsequenz dessen, dass man sich zu sehr an die unrealistisch niedrigen Schweinepreise der letzten Zeit gewöhnt hatte. Infolge eines abermals nur bei zirka 90 Prozent liegenden Angebots wurde die Mastschweine-Notierung an der Österreichischen Schweinebörse um weitere 3 Cent nach oben gesetzt, sie steigt somit auf 1,62 Euro/kg (Berechnungsbasis: 1,52 Euro/kg).

Hohe Preise verringern Absatzchancen in Asien

"Alle verfügbaren Anzeichen deuten zumindest bis September ein Anhalten der knappen Versorgungslage an. Demzufolge dürfte sich in diesem Zeitraum die Preiskurve im Bereich seitwärts beziehungsweise aufwärts bewegen. Das heißt, der Jahreshöchstpreis dürfte noch nicht erreicht sein. Vor allzu großer Euphorie sollte man jedoch warnen, denn das nunmehr erreichte Preisniveau dämpft auch die Sogwirkung aus Asien", schätzt Johann Schlederer, Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse, die kurzfristige Marktentwicklung ein. (AIZ)
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