Flächenschätzung

Körnermais verliert Fläche

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am Mittwoch aktuelle Zahlen aus der vorläufigen Bodennutzungshaupterhebung für 2016 veröffentlicht. Sie sind für die Frühjahrskulturen zuverlässiger als die bisherigen Destatis-Zahlen, die auf Vorschätzungen aus dem April fußen. Geringfügig verändert haben sich die Zahlen zu den Wintersaaten, sehr deutlich jene für einige Frühjahrskulturen.

Weniger Körnermais und Sommergerste

Statt wie im Frühjahr noch einen geringfügigen Anstieg meldet Destatis jetzt einen deutlichen Rückgang des Körnermaisanbaus (einschließlich CCM). Er soll um 8,6 Prozent auf nur noch 416.000 ha eingeschränkt worden sein. Etwas größer um voraussichtlich 2,1 Prozent ist der Silomaisanbau mit gut 2,1 Mio. ha. Ebenfalls deutlicher verliert der Sommergerstenanbau um 7,6 Prozent auf nur 341.000 ha.

Rüben gewinnen, Kartoffeln verlieren

Um voraussichtlich 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewonnen hat die deutsche Zuckerrübenfläche auf rund 335.000 ha. Damit ist jedoch weder der Umfang wie vor zwei Jahren erreicht noch der zehnjährige Durchschnitt von 372.000 ha. Nicht zugelegt wie bisher erwartet hat die Kartoffelfläche zur Ernte 2016. Destatis schätzt stattdessen jetzt rund 236.000 ha und damit einen Rückgang um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Erbsen, Ackerbohnen und Soja legen zu

Die Anbaufläche von Hülsenfrüchten ist auch im Jahr 2016 gewachsen, und zwar um 17 Prozent auf 187.700 ha. Als Grund nennt Destatis die Greening-Bestimmungen. Der Anbau von Erbsen ist im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 86.500 ha gestiegen, Ackerbohnen legten um 8 Prozent auf 40.500 ha zu. Sojabohnen werden erstmals 2016 in der Anbaustatistik erfasst. Sie nehmen eine Fläche von 15.200 ha ein.

Roggenanbau deutlich verringert

Etwas stärker als in den Mitte Mai veröffentlichten Zahlen ist nach der Bodennutzungshaupterhebung zur Ernte 2016 die Winterweizenfläche eingeschränkt worden. Sie beträgt gut 3,1 Mio. ha und verfehlt damit den Rekordumfang des Vorjahres um 2,0 Prozent. Auch Roggen hat zur Ernte 2016 deutlich mehr Fläche verloren als bisher erwartet. Der Rückgang beträgt 6,6 Prozent auf rund 575.000 ha. Um 1,9 Prozent gestiegen ist dagegen der Wintergerstenanbau auf knapp 1,3 Mio. ha. Auch Winterraps hat zugelegt. Das Statistikamt schätzt jetzt eine Fläche von gut 1,3 Mio. ha, was 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr wäre.

Ernteschätzungen auf neuer Grundlage

Da die bisherigen Ernteschätzungen für Deutschland mit den größeren Getreideanbauzahlen aus dem April berechnet worden sind, sinkt allein wegen der neuen Flächenschätzung auch die prognostizierte Erntemenge. (db)
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