Zuckerbörse

Konditionen für Zucker-Future werden klarer


Zuckerexperte Hennig Koch zeigt Engagement für den EU Zucker-Future
-- , St
Zuckerexperte Hennig Koch zeigt Engagement für den EU Zucker-Future

Wenn die Zuckermarktordnung der EU zum 31. September dieses Jahres ausläuft, bietet ein europäischer Zuckerkontrakt Möglichkeiten zur Preisabsicherung für die Verarbeiter, aber auch für die Landwirtschaft, so die Einschätzung von Henning Koch,  August Töpfer Sugar Trading, Hamburg. Auf der Beratertagung der Arbeitsgemeinschaft Zuckerrübenanbau gab der Marktexperte gestern in Düren einige voraussichtliche Kontraktdetails für den neuen EU-Zucker-Future, bekannt. 

Nach den Ausführungen von Koch wird der neue Future auf ‚EG-Zucker Nr 2‘ basieren, eine  Kontraktgröße von jeweils 25 t lose beinhalten und in €/t notiert. Der Future soll bis zu drei Jahre im Voraus für die zweimonatigen Liefertermine März/April, Mai/Juni, August/September, Oktober/November und Dezember/Januar gehandelt werden können. Physische Andienungsmöglichkeiten seien zwingend erforderlich, der Liefertermin soll in Käufers Wahl erfolgen. Mögliche Lieferorte könnten alle europäischen Zuckerfabriken, die Zucker-Raffinerien sowie Terminals und Lagerhäuser sein, so die Vorstellungen des international tätigen Zucker-Handelshaus August Töpfer. Die Vorschläge des Unternehmens, dass sich als Promoter für den Kontrakt engagiert hat, deckten sich weitestgehend mit den Vorstellungen der Euronext über die Ausgestaltung des Zuckerkontraktes, berichtete Koch. Der neue Kontrakt soll nach Aussagen der Euronext noch in der ersten Hälfte 2017 starten. 

Der Zuckerexperte wies darauf hin, dass sich die Preise am europäischen Zuckermarkt nach 1. Oktober 2017 durch den Wegfall der EU-Zuckermarktordnung möglicherweise an die Weltmarktpreise angleichen würden. Der bisherige EU-Referenzpreis habe keinerlei logische Beziehung und Korrelation zu den Weltmarktpreisen. Der Löwenanteil des in der EU produzierten Zuckers werde auch künftig in der EU bleiben. Im Gegenzug erwarte er nur unwesentliche Mengen an billigen Zuckerimporten vom Weltmarkt in die EU, so Koch. (St)
stats