Märkte am Morgen: Getreide

Konsolidierung vor US-Report


Weizen: Der alterntige Weizenkurs an der Matif gab etwas nach. Der Mai notierte nach einem Minus von 0,50 €/t mit 166,25 €/t. Die neue Ernte legte dagegen leicht zu. Unterm Strich war die Stimmung neutral, neue Erkenntnisse fehlen. Auch am Hamburger Markt haben sich die Prämien auf Matif-Mai mit 3 bis 4 €/t für Weizen Basis 12 % Protein nicht bewegt. Ein etwas festerer Dollarkurs könnte die Weizenkurse an der Matif heute stabilisieren.
 
In Chicago sorgten Short-Eindeckungen vor der morgigen Flächenschätzung des USDA für ein geringfügiges Plus beim Weizen. Der Markt geht davon aus, dass das USDA seine erste Vorschätzung über eine deutlich rückläufige US-Weizenfläche bestätigen wird. Im Vormonat hatte das amerikanische Landwirtschaftsministerium einen um 8,4 % auf 46 Mio. acres rückläufigen US-Weizenanbau prognostiziert. Die Winterweizenfläche könnte sogar auf den tiefsten Stand mehr als 100 Jahren zurückgegangen sein.
 
Indien führt wieder eine Importsteuer von 10 % für Weizen ein. Nach Einschätzungen von indischen Mühlen bleibt Weizen aus Australien oder vom Schwarzen Meer aber immer noch billiger als heimischer Weizen. Erst ab einem Steuersatz von 25 % würden sich Importe nicht mehr rechnen, so ihre Einschätzungen. Indien erwartet in diesem Jahr  eine Rekordweizenernte von 96,6 Mio. t, die das Vorjahresergebnis um 4,5 Mio. t überschreiten würde.
 
Mais: Auch bei Mais bewegte sich in Chicago nicht allzu viel. Die Kurse schlossen gut behauptet und profitierten von einer höheren wöchentlichen US-Ethanolproduktion, von technischen Einflüssen aufgrund eines überverkauften Marktes und der Aussicht auf eine reduzierte US-Maisfläche in diesem Frühjahr.
 
In Mexiko gibt es ernsthafte Überlegungen, zollfrei Maiseinfuhren aus Argentinien und Brasilien zu ermöglichen. Damit will Mexiko auf die protektionistische Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump reagieren.
 
Südafrika rechnet in diesem Jahr wieder mit einer guten Maisernte von 14,3 Mio. t. Sie würde das sehr schwache Vorjahresergebnis mit der niedrigsten Ernte seit 2007 um 83 % übersteigen.
 
An der Matif bröckelten die Maisnotierungen wieder ab, der Juni schloss nach einem Minus von 0,50 €/t mit 171,50 €/t. Ein Kuriosum am Rande: Rumänien muss wieder Mais in den Nachbarländern zukaufen, nachdem es trotz einer kleineren Maisernte von September bis Dezember 2016 knapp 2 Mio. t Mais und damit 21 % mehr als im Vorjahr exportiert hat. (St)
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