Märkte am Morgen: Ölsaaten

Korrektur erfolgt postwendend

Sojakomplex: Gewinnmitnahmen nach der Vortags-Rally ließen die Sojabohne bis zu 8,2 Cents/Bushel und Sojaschrot bis zu 6,4 US-$/short-ton schwächer schließen. Auch die Blockade der brasilianischen Sojabohnentransporte konnte keine neuen Spekulationen mehr anfachen.  
 
Die Lage in Brasilien war unübersichtlich. Die Gespräche zwischen den Truckern und der Regierung am späten Mittwochabend sind jedoch gescheitert. Dennoch scheint es Signale zu geben, dass beide Seiten an einer schnellen Einigung interessiert sein sollen. Inzwischen hat die brasilianische Polizei erste Straßenblockaden der LKW-Fahrer geräumt. Der Streik gegen höhere Steuern auf Dieselöl hatte sich auf zehn brasilianischen Bundesstaaten ausgeweitet und die Trucker haben acht Tage lang die Hauptverkehrsadern zu den brasilianischen Verladehäfen lahmgelegt. Die Verladungen in den Seehäfen werden sich dadurch weiter verzögern.
 
Das USDA-Büro in Buenos Aires wagt einen ersten Ausblick über die kommende Sojabohnenernte in Paraguay. Danach könnte die Sojabohnenernte im kommenden Jahr in Paraguay einen neuen Rekordwert von 9,2 Mio. t erreichen, berichtet agrimoney.com. Auf die Bohnen-Exporte des Landes soll sich die höhere Produktion aber kaum niederschlagen, denn Paraguay sei dabei, seine Ölmühlen Kapazitäten auszubauen.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif mussten zurückrudern und einen Großteil ihrer Vortags-Gewinne wieder abgeben. Der Mai notierte bei Börsenschluss bei 359,50 €/t und 2,25 €/t schwächer. Zwischenzeitlich fiel der Kurs aber bis zu 4,50 €/t in den roten Bereich. Der vorangegangene Kursanstieg passt zudem nicht zu den sehr schwachen Margen der europäischen Ölmühlen. Vom Palmöl kamen ebenfalls schwächere Signale für den Rapsmarkt.
 
In Winnipeg brach die Märznotierung bei Canola-Raps um 14,30 Can-$/t ein. Gewinnmitnahmen und Technik für den in Kürze auslaufenden Frontmonat setzen die Preise massiv unter Druck. Die neue Ernte konnte sich dem schwachen Sog nicht entziehen verlor mehr als 5 Can-$/t.
 
Rohöl: Gegenreaktionen auf die vorangegangen Verluste gaben den Rohölnotierungen überraschenden Auftrieb. Brent schloss knapp 3 US-$/Barrel und stieg bis auf 61,63 US-$/Barrel an.  WTI machte 1,70 US-$/Bushel gut. Die Anleger waren in Kauflaune, obwohl die wöchentlichen Rohölbestände in den USA erneut um 8,4 Mio. Barrel auf mehr als 434 Mio. Barrel angestiegen sind. Der US-Rohölmarkt ist trotz der Einschränkungen bei der Schieferöl-Produktion deutlich überversorgt und meldet seit Wochen immer neue Rekorde bei den Lagerbeständen. (St) 
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