Märkte am Morgen: Getreide

Korrekturphase setzt sich fort

Weizen: Die Vorgaben für den europäischen Weizenmarkt kamen wie schon an den  Vortagen aus Chicago. Schwächere Weizenkurse in Übersee drückten den Matif-Weizen bis zu 1,75 €/t den roten Bereich. Der Dezember schloss mit 167,50 €/t. Verstärkt wurde die schwache Tendenz für Weizen durch die gedrückten Maisnotierungen.
 
Am Hamburger Markt wurden die rückläufigen Börsenpreise zumindest teilweise kompensiert. Die Kassaprämien haben sich etwas befestigt und lagen am Vortag für Weizen Basis 12 Prozent zur Lieferung im September 1,00 bis 1,50 €/t über der Matif-Dezembernotierung. Für A-Weizen mit 13 Prozent Protein wurden Prämien von 7,50 €/t über Matif-September genannt.
 
In Chicago belastete der schwache Mais den Weizen. Die Kurse verloren bis zu 15 Cent/bushel, der Juli notierte bei 4,58 US-$/bushel. Die US-Weizenernte ist etwas  besser vorangekommen als gedacht, die Erträge können sich sehen lassen. Heute Morgen lassen die etwas freundlicheren Kurse der elektronischen Chicagoer Börse zumindest eine leichte Beruhigung erwarten.
 
Beim neuen Weizentender Saudi-Arabiens über 330.000 t wird vermutlich kein deutscher Weizen zum Zuge kommen. Einschätzungen von Handelskreisen zufolge, dürfte Polen  verbesserungsfähig einen größeren Teil dazu beitragen.
 
Ägypten hat noch einmal bekräftigt, dass es bei weiteren bei künftigen Weizenexporten Mutterkorn Toleranzen bis 0,05 Prozent akzeptieren wird.  
 
In Australien bewertet das Getreideamt Abares die kommende Weizenernte mit 25,4 Mio. t konservativer als private Schätzungen und legt sich bis zu 5 Prozent darunter. Die  Analysten der Rabo-Bank rechnen dagegen mit einer Weizenernte Australiens von 26,7 Mio. t, da die großen Anbaugebiete von dem La Nina-Phänomen und reichlichen Niederschlägen profitieren könnten. Im Vorjahr hatte Australien 24,5 Mio. t Weizen geerntet.
 
Mais: Die Korrekturphase legte an Dynamik zu und die Chicagoer Maiskurse gaben fast 6 Prozent nach. In beiden Vortagen verloren sie sogar rund 10 Prozent. Der Juli fiel nach einem Minus von 25 Cent/bushel wieder unter die psychologische Schwelle von 4 US-$/bushel. Viele US-Wettermodelle verheißen für die nächsten Tage Regen, vor allem in den trockeneren Gebieten des amerikanischen Maisgürtels. Für den Juli, die Blütephase des Mais in weiten Teilen des Mittleren Westens, sagen sie inzwischen etwas  kühlere Temperaturen vorher. Allerdings dürfen die US-Wettermodelle mit einem Fragezeichen versehen werden, zumal die ihre Prognosen zuletzt nur eine sehr kurze Halbwertzeit hatten.
 
An der Matif setzen schwache Chicagoer Kurse den Mais deutlich unter Druck. Der August verlor 4,25 €/t und fiel auf 175,25 €/t.
 
In Brasilien kommt die zweite Maisernte voran und die Maispreise geben deutlicher nach. Verstärkt wird der Preisdruck durch eine schwächere brasilianische Währung gegen den US-Dollarkurs. China konnte mit der jüngsten Auktion 1,1 Mio. t Mais aus den staatlichen Lagerbeständen am Binnenmarkt loswerden. (St) 
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