MARS-Prognose

Kräftige Abstriche am Maisertrag

Frankreich rechnet in diesem Jahr mit deutlich niedrigeren Maiserträgen.
-- , Foto: KWS
Frankreich rechnet in diesem Jahr mit deutlich niedrigeren Maiserträgen.

Für Deutschland hat der EU-Prognosedienst MARS in seinem Juli-Bericht die Ertragserwartungen zur Ernte 2015 noch einmal deutlich abgesenkt. Weizen könnte 7,7 t/ha, Wintergerste 6,5 t/ha und Roggen 5,4 t/ha bringen. Für Raps sind aus Brüsseler Sicht nur noch 3,8 t/ha drin. In allen Fällen dürfte die Trockenheit seit Mai etwa 10 bis 15 Prozent Ertrag gekostet haben.

Erträge meist nur mittelmäßig

Eine Missernte wären die genannten Durchschnittserträge für Deutschland jedoch noch nicht: Bei Getreide übertreffen sie leicht den fünfjährigen Durchschnittswert, bei Raps liegen sie etwas und bei Mais deutlich darunter. Legt man allerdings den Maßstab des Vorjahres an, so fallen die Getreideerträge um 10 bis 11 Prozent und die Rapserträge um 16 Prozent zurück. Mit einer ähnlichen Tendenz rechnet auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der vor zehn Tagen seine Juli-Schätzung veröffentlicht hat.

In der Mitte ist es viel zu trocken

Zu viel und zu wenig
In der EU werden die Erträge von Wintergetreide voraussichtlich über dem 5-Jahres-Durchschnitt bleiben, wogegen Körnermais deutlich weniger bringt als üblich. Grund sind nach Angaben von MARS die anhaltenden und intensiven Hitzewellen im Juli, von denen wichtige Ackerbauregionen in Norditalien, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich und Ungarn betroffen waren. Höchsttemperaturen von oft mehr als 35 °C, örtlich sogar bis 40 °C, haben Getreide zur Kornfüllung und Mais zur Blüte getroffen. In Südengland berichtet MARS von anhaltendem Niederschlagsdefizit. Einen Überschuss an Regenmengen verzeichnet dagegen Nordeuropa. (db)
Einen wichtigen Einfluss auf die Höhe der gesamten deutschen Getreideernte hat jetzt die Maisernte. Ihr könnten die jüngsten Regenfälle zugute kommen, die nach den Beobachtungen von MARS die Bodenfeuchte im Norden und Osten Deutschland zum Teil wieder aufgefüllt haben. Zu wenig geregnet hat es aber nach wie vor im Zentrum von Deutschland – und hier vor allem in Hessen und Thüringen.

Frankreich meldet Rekordtemperaturen

Auch in Frankreich sind die Ertragsprognosen nach unten revidiert, vor allem für Körnermais, der dort eine größere Rolle spielt als bei uns. Möglicherweise kommen noch weitere Abstriche, wenn es so trocken wie bisher bleibt. Für die Weichweizenernte geht MARS jetzt von eher durchschnittlichen Erträgen aus, weil die Pflanzen in der trockenen Hitze vergleichsweise schnell abgereift sind. Langjährige meteorologische Aufzeichnungen zeigen, dass in Frankreich im Juli die Temperaturen die Rekordwerte des Jahres 1975 erreicht haben könnten.

In Polen zeichnen sich bislang Erträge in der Nähe des Fünfjahresdurchschnitts, aber deutlich unter dem Rekordniveau des Vorjahres ab. Nach der Hitzewelle Anfang Juli hat es in den westlichsten Regionen zwar geregnet, aber nicht ausreichend, um das Wasserdefizit zu kompensieren. Noch stärker fehlen die Niederschläge im Zentrum und Osten des Landes.

Im Vereinigten Königreich war es vor allem im Südosten viel zu trocken. Dagegen profitieren die anderen Teile und auch Irland von günstiger Niederschlagsverteilung bei häufig kühlem und sonnigem Wetter. Für die gesamte Region sind die Ertragsprognosen höher als im Fünfjahresdurchschnitt. (db)
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