Märkte am Morgen: Getreide

Kursanstieg bremst sich ab

Weizen: An der Matif legte Weizen einen Konsolidierungstag ein. Die Kurse schlossen neutral und nur unwesentlich verändert. Strategie Grains geht in seinem neuen Monatsbericht von einer EU-Weichweizenernte von 141,6 Mio. t aus. Dies wären 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Für Frankreich erwarten die französischen Analysten eine Weizenernte von 38 Mio. t und damit rund 500.000 t mehr als 2014. Trotz der Trockenheitsprobleme erwartet Strategie Grains eine zufriedenstellenden Weizenernte in Europa.
 
Agenturberichten zufolge zeichnet sich in Großbritannien eine durchschnittliche Weizenernte ab. In Polen deuten sich etwas größere Trockenschäden an. Analysten vor Ort taxieren die kommende polnische Weizenernte auf 10,5 bis 10,7 Mio. t. Im Vorjahr hatte Polen 12,4 Mio. t Weizen geerntet. Für Deutschland hatte der Deutsche Raiffeisenverband in der Vorwoche seine Ernteschätzung für Weizen auf 25,8 Mio. t zurückgenommen und geht von einer 7 Prozent niedrigeren Weizenernte aus.
 
In Chicago hielten sich die Weizennotierungen lange im Plus. Zum Börsenschluss setzen Gewinnmitnahmen ein und ließen den Weizen bis zu 4 Cents/Bushel schwächer schließen. In den südlichen US-Plains dürfte die Ernte des Hard-Red-Winterweizens in dieser Woche zügig vorankommen. Die Weizenerträge in Kansas fallen zudem etwas besser als erwartet aus. In den Soft-Red Winterweizengebieten des mittleren Westens sieht es dagegen weniger gut aus. Nasses Wetter behindert die Ernte weiterhin und schürt Befürchtungen über Qualitätsprobleme. In Kanada zeichnet sich für den Weizen durch ‚hot and dry‘ in der nächsten Woche neuer Stress ab.

Mais: Die Maisnotierungen in Chicago kamen durch ein etwas größeres Kassamarkt-Angebot leicht unter Druck. Die US-Farmer nützen die jüngste kleine Rallye für Verkäufe von alterntigem Mais. Trotz der reduzierten Crop-Bonitierung sieht es für den US-Mais zurzeit nicht schlecht aus.
 
Im Vorfeld der neuen US-Flächenschätzung am kommenden Dienstag veröffentlichten Analysten neue Prognosen. Im Schnitt gehen sie von einer US-Maisaussaatfläche von 89,14 Mio. acres aus. Den Vogel schießen allerdings die Broker von Allendale ab, die eine US-Fläche von 91,7 Mio. t acres prognostizieren. Dies wären 2,54 Mio. t acres mehr, als das USDA im März geschätzt hatte.
 
In Brasilien hat das Beratungsbüro UkrAgroConsult die dortige Maisernte auf 83,7 Mio. t taxiert. Die Zahlen liegen 2,7 Mio. t höher als die USDA-Schätzung.
 
An der Matif setzte sich die festere Tendenz bei Mais fort. Der August legte 2,75 €/t zu, und notiert mit 167 €/t nur unwesentlich unter dem November Termin. (St)
stats