Märkte am Morgen: Ölsaaten

Kursanstieg zum Börsenschluss

Seit 2008 kannte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nur Zinssenkungen. Nun machte am Mittwoch Fed-Chefin Janet Yellen Aussagen, die auf einen leichten Zinsanstieg im Juni oder September hindeuten könnten. Mit ihrer Wortwahl hat sich die Fed Flexibilität verschafft, die Zinsen jederzeit erhöhen zu können. Mit Erleichterung haben die US-Börsen auf das Ergebnis der US-Notenbanksitzung reagiert. Alle Kurse an den US-Börsen drehten zum Schlussakt ins Plus, der US-Dollar gab nach und lag bei 1,08 €.

Sojakomplex: Der Kursanstieg bei Sojaschrot wurde durch den schwächeren US-Dollar beflügelt. Hinzu kamen umfangreiche kurzfristige Deckungskäufe. Bei rund 13.000 Kontrakten lag der Tagesumsatz in Chicago. Sojaschrot verbesserte sich um 3,30 auf 320,80 US-$/short-tons. Die Abwertung des US-Dollars hatte bei Sojabohnen umfangreiche Gewinnmitnahmen zur Folge, die gegen Abend die Kurse anheizten. In Chicago machten Berichte aus Brasilien die Runde, dass die Ernte von Sojabohnen im Bundesstaat Mato Grosso durch Regenfälle beeinträchtigt werde. Die Mähdrescher stehen still. Aber auch an den Häfen tut sich wenig. Die voll beladenen Schiffe liegen wie eine Perlenkette aneinandergereiht und warten darauf, auslaufen zu können. Der Mai-Kontrakt für Sojabohnen ging mit 965,00 Cents/Bushel aus dem Markt.

Mit Interesse wurden auch die Ankündigungen aus Malaysia aufgenommen für Palmöl ab April wieder Exporte von rohem Palmöl zu besteuern. Die Abgaben sollen 4,5 Prozent des Wertes betragen, melden Nachrichtenagenturen. Indonesien könnte dem Beispiel folgen.

Raps: Der Schlussspurt in Chicago konnte in Paris nichts mehr ausrichten. Raps konnte zwar leicht zulegen, blieb aber unter seinen Möglichkeiten. Insofern blieb der Mai-Kontrakt am Mittwoch an der Matif bei 370,25 €/t stehen. Auch im kanadischen Winnipeg sorgten die Ankündigungen einer vielleicht lockeren Geldpolitik in den USA für Reaktionen. Canola-Raps verbuchte Gewinne und legte um 5,80 auf 462,90 Can-$/t zu.

Rohöl: Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im April verbesserte sich am Mittwoch um 6 Cent auf 53,57 US-$/Barrel (159 Liter). Die Sorte WTI fiel dagegen auf 42,35 US-$/Barrel. Erneut stiegen die Lagerbestände an Rohöl in den USA stärker als erwartet und setzten den Preis für US-Öl weiter unter Druck. Die Öl- Reserven in den USA erreichten laut US-Regierung einen neuen Höchstwert von 458,5 Mio. Barrel. Nun wird der weitere Dollarverlauf beobachtet. Rohöl wird in der amerikanischen Währung gehandelt. Käufer außerhalb des Dollarraums müssen mehr für den Rohstoff bezahlen, was die Nachfrage bremst. (da) 
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