Weizen: Die Notierungen an der Matif gaben unter dem Einfluss schwächerer Vorgaben aus Übersee erneut nach. Der September verlor 1,50 €/t und fiel auf 172,50 €/t, der Dezember schloss knapp unter der psychologischen Marke von 180 €/t. Neuigkeiten am europäischen Weizenmarkt waren rar, die Ernte steht im Fokus. Frankreich konnte am Wochenende weiter ernten. Die Erträge beim französischen Weizen sind heterogen, die Qualitäten dagegen überwiegend in Ordnung. In Deutschland nehmen nach dem nassen Wochenende die Sorgen über Weizenqualitäten und Proteinwerte zu. Am Hamburger Markt wird Backweizen für Dezember Lieferung weiterhin mit dem Abschlag von 2 €/t auf Matif-Dezember quotiert, für Qualitätsweizen werden weiterhin Aufgelder von 22 bis 23 €/t auf Matif-Dezember genannt.
 
Heute könnte ein festerer Euro, der heute Morgen über 1,15 US-Dollar notiert,  den europäischen Markt belasten. Aus Chicago kommen im Gegenzug positive Signale und die vorbörslichen Weizennotierungen bewegen sich knapp 8 Cent/bushel im grünen Bereich.
 
Zum Wochenauftakt gaben die Kurse in Chicago allerdings etwas nach und der Dezember schloss nach einem Minus von 4,6 Cent/bushel mit 5,06 US-$/bushel. Erntefortschritte in den Soft-Red-Winterweizengebieten drückten. Die  Sommerweizennotierungen in Minneapolis legten 1 Prozent zu und bremsten die Verluste in Chicago aus. Für den US-Sommerweizen sieht es unverändert dürftig aus, denn die Bonitierung der guten bis exzellenten Feldbestände wurde nachbörslich um 1 % auf 34 % zurückgenommen.
 
Schwache australische Ernte erwartet  
 
Für Australien rechnen Analysten mit einer schwachen Weizenernte von nur noch 19 bis  21 Mio. t. Die USDA-Prognose von 23,5 Mio. t gilt inzwischen als unrealistisch. Die   großen Weizenanbaugebiete im Westen und Osten Australiens haben weniger als die Hälfte üblichen Niederschlagsmengen erhalten. Die Prognosen der Meteorologen sehen erst einmal keine wesentliche Wetteränderung voraus.
 
In Russland sind die Weizenpreise in der siebten Woche hintereinander gestiegen. Weizen mit 12,5 % Protein wird für Lieferung August fob Schwarzmeerhäfen mit 195 US-$/t bewertet. Ein festerer Rubel und Ernteverzögerungen aufgrund der ungewöhnlich nassen Witterung stimulieren die Preise. Der Stand der Weizenernte in Russland liegt 25  Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Die Erträge fallen allerdings 5 % besser als im vergangenen Jahr aus.
 
Ägypten eröffnet einen Weizentender für eine unbestimmte Menge zur Verladung in der zweiten Augusthälfte. Das Versorgungsministerium und der örtlichen Handel konnten in dieser Saison 3,8 Mio. t Weizen von den lokalen Märkten kaufen. Die Menge entspricht in etwa den offiziellen Zielvorgaben.
 
Mais: Die Notierungen in Chicago schlossen mit leichten Verlusten. Der September notierte mit 375 US-$/bushel. Regen im nördlichen Maisgürtel drückte, die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportverladungen von 1,1 Mio. t gaben keine Hilfestellung. Die Bonitierung der US-Maisbestände hat sich erwartungsgemäß um 1 Prozent auf 64 % für die Kategorien gut bis exzellent abgeschwächt. Im Vorjahr sahen allerdings 76 % der Maisfelder gut aus.
 
China erlaubt die Einfuhr von zweier gentechnisch veränderten Maissorten. Damit könnte sich ein neues Exportfenster für den US-Mais öffnen.
  An der Matif gab Mais mit Weizen nach. Der August verlor 1,50 €/t und schloss mit 168,25 €/t. Der Handel war lebhafter als üblich. Vermutlich finden Positionsbereinigungen für den in Kürze auslaufenden August-Ko
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