Märkte am Morgen: Getreide

Kurse geben wieder nach

Weizen: An der Matif zeigten die Weizen-Notierungen wieder etwas Schwäche. Der März verlor 0,50 €/t und hielt sich bei knapp 153 €/t. Der Mai verlor 1,00 €/t und fiel  unter 160 €/t. Der festere US-Dollarkurs und ansehnliche EU-Weizenexporte brachten keinen Auftrieb. Der Euro notiert heute Morgen um die 1,11 US-Dollar.
 
Von Chicago kamen schwächere Vorgaben und Gewinnmitnahmen sorgten für Druck.  Der März verlor 6,2 Cent/bushel und schloss bei 4,62 US-$/bushel. Die sehr verhaltene Nachfrage nach US-Weizen und die äußerst komfortable globale Weizenversorgung drückten.
 
Die Weizenexporte aus der EU können ihr hohes Niveau halten. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen für 734.000 t Weichweizen gezogen, die sich für dieses Wirtschaftsjahr auf mehr als 19,6 Mio. t addieren. Gegenüber der Rekordausfuhr des Vorjahres liegt der Rückstand bei rund 2 Mio. t.
 
Strategie Grains sieht einen ersten Silberstreif für die Weizenmärkte, wenn auch nur in weiter Ferne. Für die Saison 2016/17 rechnen die französischen Analysten in der EU mit einem Bestandsabbau von 3,9 Mio. t auf 13,3 Mio. t Weizen. Für das laufende Wirtschaftsjahr korrigierten sie ihre Schätzung der Endbestände auf 17,2 Mio. t nach oben und erwarten ein Bestandsaufbau von 6,6 Mio. t Weizen gegenüber dem Vorjahr.  
 
Von Ägypten kamen keine neuen Negativ-Meldungen. Es sieht so aus, als würde sich Ägypten bei den weiteren Weizenimporten wieder an den internationalen Standards von 0,05 Prozent Mutterkorn orientieren, um das Vertrauen der Exporteure zurückzugewinnen und von den niedrigen internationalen Weizenpreisen profitieren zu können.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago gaben leicht nach. Der März schloss mit 3,65 US-$/bushel. Der Anstieg der US-Ethanolbestände auf einen Rekordstand von 23,22 Mio. Barrel sorgte für Druck, der von besseren Exporterwartungen für den US-Mais gemildert wurde. Der US-Mais ist im Gegensatz zum US-Weizen auf dem Weltmarkt äußerst konkurrenzfähig.
 
Die Börse in Buenos Aires erwartet in ihrer ersten Schätzung für Argentinien eine Maisernte von 25 Mio. t. Sie würde das Vorjahresergebnis um 3,2 Mio. t unterschreiten. Die Börse in Rosario taxiert die Ernte auf 24,2 Mio. t. Beide Schätzungen liegen unter der USDA-Zahl von 27 Mio. t.
 
Mais/Gerste: An der Matif gaben die Maisnotierungen erneut etwas nach. Der März fiel auf 146 €/t. Die umfangreichen Maisimporte in die EU halten an. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen von 259.000 t erteilt, die sich damit auf 9,1 Mio. t im Wirtschaftsjahr summiert haben. Der Wert übersteigt den Vorjahresimport um 3,5 Mio. t.
 
Die Gerstenexporte der EU laufen stetig und haben sich auf 6,6 Mio. t summiert. Sie  liegen 1,1 Mio. t über dem Vorjahr. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen für 255.000 t Gerste gezogen. (St) 
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