Ölmarkt

Kursexplosion ist übertrieben

In den vergangenen drei Handelstagen sind die Ölpreise um 18 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Strategie der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) scheint aufzugehen, bilanzieren die Analysten der Commerzbank in einem heute veröffentlichten Marktbericht. Die Opec habe sich zum Ziel gesetzt, die US-Schieferölproduzenten aus dem Markt zu drängen – diese Strategie scheine „früher als erwartet“ aufzugehen, heißt es weiter.

Risiko für erneuten Preisrückgang

Die Commerzbank wertet den jüngsten Preisanstieg am Rohölmarkt allerdings nicht als Trendwende und sieht das Risiko für einen nochmaligen Preisrückgang. Denn die Ölproduktion der Opec sei im Januar über den Bedarf gestiegen, zitieren die Analysten Agenturberichte. Demnach hätten die Opec-Staaten im Januar zwischen 30 und 31 Mio. Barrel Öl pro Tag gefördert – dem stehe ein täglicher Bedarf von rund 29 Mio. Barrel pro Tag im Jahr 2015 gegenüber.

Nach Prognosen der Commerzbank wird der Preis für Brent-Öl im 1. Jahresquartal durchschnittlich 50 US-$/Barrel erreichen, im 2. Quartal steigt er demnach auf voraussichtlich 55 US-$/Barrel und im 3. Quartal auf 65 US-$ je Barrel.

Bei der jüngsten Preisrally ist Brent-Öl auf einen Preis von in der Spitze 59 US-$/Barrel gestiegen. Nach Einschätzung der Analysten stecken Daten des US-Öldienstleisters Baker Hughes hinter dem Kursfeuerwerk. Den Daten zufolge seien die aktiven Ölbohrungen in den USA in der vergangenen Woche um 94 gefallen, was dem stärksten Rückgang auf Wochensicht seit Erfassung der Daten 1987 entspricht. Seit dem Rekordhoch im Oktober 2014 seien die Ölförderungen in den USA kontinuierlich zurückgegangen: Ein Beweis dafür, dass die Opec mit ihrer Strategie, US-Schieferölproduzenten aus dem Markt zu drängen, Erfolg hat. (pio)
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