Märkte am Morgen: Getreide

Kursschwäche setzt sich fort

Weizen: Währungseinflüsse und schwächere Vorgaben aus Übersee brachten den  Matif-Weizen weiter unter Druck. Der Frontmonat Mai büßte 2,25 €/t ein und fiel auf 168,50 €/t. Die neuerntigen Termine notierten ebenfalls schwächer, der Erntetermin fiel auf unter 168 €/t. Auch charttechnisch bedingte Auflösungen von Positionen belasteten die europäischen Weizen-Futures. Der Euro notiert heute Morgen gegen den Dollar mit 1,08 weiter vergleichsweise fest.
 
Am Hamburger Markt wurden die Prämien nach den rückläufigen Börsenkursen nur geringfügig angepasst. Die Abgeber forderten Aufgelder von bis zu 3,50 €/t auf Matif-Mai, die Käufer waren aber nur bereit, 2,50 €/t anzulegen. Die Nachfrage am deutschen  Exportmarkt hat sich derzeit merklich abgeschwächt.
 
In Chicago herrscht weiterhin Wettermarkt, denn die Aussicht auf Regen im südlichen und zentralen US-Weizengürtel ließ die Kurse erneut fallen. Der Mai verlor 4,2 Cent/bushel und schloss mit 4,22 US-$/bushel. Auch der Verkauf von 120.000 t Hard-Red-Winterweizen aus den USA nach Saudi-Arabien konnte den schwachen Tagestrend  nicht drehen.
 
Das USDA-Büro in Kairo rechnet für die kommende Saison aufgrund der neuen Einfuhrregelung und des neuen Inspektions-Systems mit einem Anstieg der ägyptischen Weizenimporte um 500.000 t auf 11,5 Mio. t. Allerdings beinhalten die USDA-Zahlen auch die ägyptischen Käufe auf den lokalen Märkten. Seit Jahresanfang hat Ägypten sieben Schiffsladungen mit Weizen aufgrund von Qualitätsmängel nicht akzeptiert. Die Exporteure haben ihre Preise daraufhin um eine Risikoprämie von etwa 2  US-$/t für Lieferungen nach Ägypten angehoben.  
 
Agenturberichten zufolge ist Ägypten allerdings den französischen Wünschen entgegengekommen und akzeptiert nun auch Feuchtigkeiten von 13,5 %. Durch die Zugeständnisse war französischer Weizen bereits in den beiden jüngsten Ägypten Tender zum Zuge gekommen.
 
Mais: Die Notierungen in Chicago gaben erneut etwas nach. Der Mai schloss nach  einem Minus von 2,4 Cent/bushel mit 3,59 US-$/bushel. Das Brokerhaus FC Stone erwartet in diesem Jahr eine US-Maisfläche von 91,6 Mio. acres und legt sich über die USDA-Prognose von 90 Mio. acres. Mexiko sondiert und verhandelt mit Brasilien und Argentinien über mögliche künftige Maiskäufe. Allerdings ist der südamerikanische Mais zweistellig teurer als Mais aus den USA.
 
Mit schwachem Weizen gab Mais an der Matif etwas nach. Der Juni schloss mit 171,75 €/t und 1,25 €/t schwächer als am Vortag. (St)
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