Internationaler Getreiderat

Läger sind prall gefüllt

Bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 erreichen die globalen Getreidebestände mit rund 447 Mio. t den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Damit dürften zusammengerechnet die Produktion von Brot- und Futtergetreide über dem weltweiten Verbrauch liegen.
Mais-Versuchsflächen in Rumänien
-- , Foto: da
Mais-Versuchsflächen in Rumänien
Dahinter verbirgt sich vor allem der Anstieg beim Konsumgetreide auf nunmehr 1,99 Mrd. t, den der IGC auf besser als erwartete Weizen- und Gerstenernten in Russland, Kaschstan, in der Ukraine und in der EU zurückführt. Die weltweite Weizenproduktion 2015/16 schätzt der ICG nunmehr auf 720 Mio. t für 2015 und liegt damit knapp 7 Mio. t unter der Augustschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums USDA.
 
Der einzige Aufreger in dem neuen IGC-Report, der im Internet schon vorab kursiert, ist Mais. Denn wie schon das USDA haben auch die Londoner Anaylsten die US-Maisernte nach oben korrigiert unter Verweis auf die guten Wetterbedingungen. Das USDA geht von einer US-Maisernte von 347,6 Mio. t aus. Dafür müssen in der EU und in der Ukraine Abstriche beim Mais gemacht werden. In einigen Regionen wird mit Totalausfällen gerechnet, weil die Pflanzen regelrecht unter der heißen Sonneneinstrahlung vertrocknet sind. Weltweit ist mit vom IGC geschätzten 968 Mio.t genug Mais vorhanden, das sind sogar mehr als im Wirtschaftsjahr 2014/15.

Der IGC-Kommentar zur Lage auf den Weltmärkten ist durchzogen von einer gedämpften Stimmung. Die Kurseinbrüche an den Börsen vor allem in China verunsichern alle Marktteilnehmer. Viele Unternehmen dürften Probleme bekommen, sich Geld zu beschaffen und weiterhin zu investieren. Das belastet die Weltwirtschaft und damit auch das Kaufverhalten von Getreide und Ölsaaten.
Der IGC-Weizenindex verliert in einem Monat um 4,3 Prozent an Wert. Und die verhaltene Nachfrage auf dem Weltmarkt nach Weizen hält weiter an. Der Index für Sojabohnen gibt um 6,7 Prozent nach. China gehört zu den wichtigsten Abnehmern von Sojabohnen. Das Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. (da)
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