Märkte am Mittag

Landwirte halten sich zurück

Markttendenz:
Die Verkaufszurückhaltung der Landwirte schlägt sich kurzfristig in etwas höheren Getreidepreisen nieder. Die seit gestern wieder rückläufigen Notierungen an der Matif bremsen die Preisphantasien wieder aus.  
Das Getreideangebot am süddeutschen Markt ist ausgesprochen dürftig. Die Landwirte haben mit den vorangegangenen festeren Börsennotierungen für Weizen wieder Hoffnung auf höhere Erlöse geschöpft. Das gleiche gilt auch für Gerste, wo die Landwirte ebenfalls ihre Partien zurückhalten. „Die Landwirte verkaufen weder bei festeren Weizenkurse an der Matif, noch bei rückläufigen Kursen. An den Märkten ist Totentanz“, bemerkt ein süddeutscher Getreidehändler. Die Verkaufszurückhaltung hat zumindest zu einer leichten Preisaufbesserung für Weizen und Gerste geführt.
 
Die zwischenzeitlich deutlich festere Tendenz am Terminmarkt hat sich am physischen Markt in Süddeutschland nicht durchsetzen können. Heute kommen vom Terminmarkt wieder schwächere Tendenzen. Sie beenden zwar die freundlichere Tendenz, schlagen aber nur abgeschwächt auf die Kassapreise durch. An der Matif rutschte die Weizennotierung für Mai nach einem Minus von 1,50 €/t unter 154 €/t.
 
Die Preise für Brotweizen frachtfrei niederbayerische Station bewegen sich zwischen 145,00 und 147,00 €/t. Für A-Weizen lässt sich nur vereinzelt ein kleines Aufgeld durchsetzen, überwiegend liegen die Preise für die etwas besseren Qualitäten auf dem gleichen Niveau wie für B-Weizen. Qualitätsweizen ist völlig unbesprochen. Absatzmöglichkeiten nach Italien sind derzeit kaum noch gegeben.
 
Die kleinere Abgabebereitschaft der Landwirte resultiert aber auch in den Feldarbeiten, denn die Braugerste ist im Süddeutschen Raum im Schnitt gerade einmal zur Hälfte im Boden. Die Umstellung auf die vom Handel präferierte Braugersten Sorte ‚Planet‘ ist zwar  eingeleitet, kommt aber nur verhalten voran. Das Geschäft für Braugerste ist ruhig, zumal sich die Mälzereien weiterhin zurückhalten. Für die neue Ernte haben die Landwirte während Aussaat noch kein Ohr. Der Handel ist nicht bereit, Short-Positionen einzugehen, so dass die neue Ernte kaum besprochen wird.  
 
Die Mischfutterindustrie im Süden bekundet noch etwas Kaufinteresse für Futterweizen. Schätzungen von Händlern zufolge haben die Kraftfutterwerke noch Bedarf bis zur Ernte. Die Preise für Futterweizen liegen sowohl in Württemberg als auch im Bayern auf ähnlichem Niveau wie für Brotweizen oder nur geringfügig darunter. (St) 
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