Märkte am Mittag

Landwirtschaft bricht Blockade


Die winterliche Ruhe an den Getreidemärkten scheint ein Ende zu nehmen. An den Seehäfen belebt sich das Exportgeschäft, was auch den Kassamarkt wieder zum Leben erweckt. Weizen und Gerste aus der EU und auch Deutschland sind am Weltmarkt wieder gefragt. Dies macht sich auch an der Pariser Börse bemerkbar. Der Weizenkontrakt für Mai kann zum Wochenschluss bis zum Mittag wieder Boden gutmachen und verbessert sich um 0,50 auf 235,00 €/t.

Händler und Einkäufer von Rohware berichten, dass es zunehmend Bedarf von Seiten der Mischfutterwerke gibt, Ware zu kaufen. Für Weizen mit 11 Prozent Protein wird in Süd- und Ostdeutschland aktuell rund 230 €/t bezahlt. Etwas unterhalb dieses Niveaus wird von der Landwirtschaft und den Erfassern Ware abgegeben. "Vor allem Landwirte brechen ihre Blockadehaltung", meinte ein Händler. "Die Preise, die noch zu Weihnachten in Höhe von 260 €/t für Weizen bezahlt wurden, haben sie aus ihrem Kopf gestrichen."

Zunehmend werden Kontrakte für die neue Weizenernte abgeschlossen. Die ersten Ernteschätzungen liegen vor, es wird mit einer guten Ernte gerechnet. Der Wintereinbruch dürfte keine größeren Auswinterungsschäden verursacht haben. Die Kulturen liegen geschützt unter einer dicken Schneedecke. Für Brotweizen schwankt das Preisniveau neue Ernte ab ostdeutscher Station bei 180,00 bis 190,00 €/t. Rohstoffeinkäufer berichten von osteuropäischen Weizenpartien, die ex Ernte für 150,00 €/t angeboten werden. Da rechnet sich durchaus noch eine Fracht von 40,00 €/t Richtung Sachsen oder Bayern.

Der Rapsmarkt verabschiedet sich in freundlicher Verfassung ins Wochenende. Paris notiert gegen Mittag für den Maitermin bei 464,00 €/t, ein Plus von 3,50 €/t. Sehr genau wird der Novemberkontrakt beobachtet. Er legt um 3,50 auf 420,25 €/t zu.

Von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern werden hierzulande Rapskontrakte neue Ernte geschlossen. Während sie vor drei Wochen noch von 400,00 bis 420,00 €/t reichten, sind beispielsweise in Thüringen "keine 400 Euro je Tonne mehr drin." Hier muss für Erntekontrakte ein Rückgang auf 395,00 bis 397,00 €/t hingenommen werden. (da)
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