Märkte am Morgen: Getreide

Mais macht erneut Boden gut

Weizen: An der Matif drehte sich Weizen mit festeren Vorgaben aus Chicago von rot nach grün. Der September schloss 0,50 €/t fester, der Dezember legte 1,50 €/t zu und  notierte knapp unter 185 €/t. Der Spread zwischen Dezember und dem Frontmonat September hat sich auf 6 €/t ausgeweitet. Am Hamburger Markt blieben die Kassaprämien mit 1 bis 2 €/t über Matif-Dezember unverändert.
 
In Chicago profitierten die Weizennotierungen von technischen Einflüssen aufgrund eines überverkauften Marktes. Der September legt 8,4 Cent/bushel auf 5,02 US-$/bushel  zu.
 
In Frankreich zeichnet sich nach den jüngsten Schätzungen von Beratungsorganisationen eine Rekord-Weizenernte ab. Agritel erwartet eine Ernte von 38,9 Mio. t, die Analysten der ODA-Gruppe haben ihre Schätzung sogar auf 39,4 Mio. t angehoben. Die offizielle französische Schätzung liegt mit 37,9 Mio. t allerdings unter ihren optimistischen Prognosen. Im nördlichen Frankreich fallen die Proteinwerte der diesjährigen Weizenernte etwas ab.
 
Ägypten hat seinen jüngsten Weizentender mit 120.000 t in Russland gefüllt. Die fob-Preise bei dem Deal lagen bei 187,94 US-$/t. Cif ließ sich der russische Weizen nach Ägypten unter 200 US-$/t erstellen. Die französischen Offerten wurden von den russischen Preisen  unterlaufen. In dieser Kampagne hat Ägypten bereits 530.000 t Weizen in Russland gekauft. Marokko wird in diesem Jahr nach einer Rekordernte von 8 Mio. t Weizen inklusive Durum nur 2,8 Mio. t Weizen importieren müssen, schätzt das USDA-Büro vor Ort. Im Vorjahr hatte Marokko noch 4,2 Mio. t Weizen importiert.
 
In der Schwarzmeerregion fällt in diesem Jahr ein etwas größerer Anteil Futterweizen als üblich an. Online-Berichten zufolge eignen sich etwa 60 Prozent des Weizens in der der Ukraine und Bulgarien nur zu Futterzwecken. Rumänien rechnen mit einem Anteil von 50 Prozent Futterweizen. Russland denkt lokalen Medienberichten zufolge über eine Modifizierung der Export-Besteuerung nach.
 
Mais: Mit überschaubaren Notizgewinnen von bis zu 4,6 Cent/bushel können die Chicagoer Maisnotierungen an ihrem freundlichen Vortag anknüpfen. Der September notiert bei 3,73 US-$/Bushel. Trockenes und sehr warmes Wetter im zentralen Mittleren Westen in den kommenden Tagen stützen die Notierungen. Hilfestellung bekam der Mais aber auch von den wöchentlichen Ethanol-Zahlen. Die US-Ethanolproduktion und Bestände waren in der Vorwoche rückläufig.  
 
Das US-Analystenhaus Informa legt eine neue Schätzung für die kommende US-Maisernte vor. Es setzt die durchschnittlichen Erträge auf 165,4 bushel/acre an und erwartet eine Maisernte von 340,7 Mio. t. Damit liegt die Informa-Schätzung etwas höher als die Zahlen des Brokerhauses FC Stone, aber ebenfalls deutlich unter den USDA-Zahlen vom Juli.
 
Die festere Tendenz beim europäischen Mais setzt sich fort. Die gedrückten Aussichten für die französischen Maisernte ließ die Novembernotierung um 3,75 €/t auf über 178 €/t ansteigen. Der August verabschiedete sich mit 176 €/t vom Börsenparkett. Neuer Frontmonat ist ab heute der November. (St)
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