Mykotoxine

Maisernte mit Überraschungen

DON-Werte im Mais sind erhöht
-- , Foto: Pixelio
DON-Werte im Mais sind erhöht

Mitten in der Körnermaisernte in Deutschland tauchen Partien auf, bei denen höhere Werte von Deoxynivalenol (DON) festgestellt wurden. Nach Informationen von agrarzeitung.de tritt in diesem Jahr europaweit eine DON-Situation auf.

Zwar ist der Körnermais im Südwesten Frankreichs noch von überwiegend guter Qualität, doch bis nach Osteuropa werden immer höhere DON-Werte registriert. In diesem Jahr dürfte die lange feucht-warme Witterung den Befall von pilzlichen Schaderregern in Mais gefördert haben. Auch Körnermais in Ost- und Süddeutschland ist mit Mykotoxinen belastet.

Während dem Landesamt in Sachsen noch keine Untersuchungsergebnisse vorliegen, führen Erfasser bei der Anlieferung verstärkt eigene Schnelltests durch. Anlieferungen von Körnermais für die Herstellung von Bioethanol werden in diesen Tagen häufig wegen Überschreitung der vereinbarten Höchstwerte abgewiesen.

Händler suchen nun nach Mengen, die diese Qualitätskriterien erfüllen. Das Angebot ist rar, ab sächsische Station werden für prompten Mais bis zu 165,00 €/t aufgerufen. Vereinzelt sind Verarbeiter bereit, für schnelle und einwandfreie Partien Aufgelder zu bezahlen.

Auf Importe kann nicht im gewohnten Umfang der Vorjahre zurückgegriffen werden, da auch in Partien aus Polen, Tschechien und Rumänien hohe DON-Werte auftreten. Polnische Lieferanten scheuen sich, Verträge mit fest gelegten Werten zu unterschreiben.

Marktteilnehmer wollen eine weitere Befestigung der Maispreise nicht ausschließen. Am Oberrhein wird die DON-Situation bisher gelassen gesehen, noch läuft die Ernte. „Die Ware findet je nach vereinbartem Höchstwerten ihren Vermarktungsweg“, so ein Händler.

So sei Mais mit 5000 bis 8000 ppb DON/kg (5,0 bis 8,0 mg DON/kg) durchaus in Richtung Benelux zu vermarkten. Hingegen vereinbaren deutsche Verarbeiter niedrigere Werte, die zwischen 500 und 3000 ppb DON/kg Rohware liegen. Einen Kurswechsel scheint die Mischfutterindustrie zu vollziehen. Einige Betriebe distanzieren sich von neuerntigem Mais. Damit gewinnt der bislang ins Abseits geratene Futterweizen an Attraktivität. (da)
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