Märkte am Mittag

Markt blickt Richtung Türkei

Am Mittwochmittag bewegen sich die Weizenkurse an der Matif in Paris seitwärts. Der Frontkontrakt Dezember notiert unverändert zum Vortag mit 176,50 €/t, der folgende März-Future tritt bei 181,50 €/t auf der Stelle. In Chicago steht ein leichtes Minus vor den Weizenkursen. Schwaches Exportgeschäft und eine bessere Bewertung der Winterweizenbestände durch das US-Agrarministerium USDA lasten auf den Preisen.

Die Geschäfte am deutschen Kassamarkt laufen ebenfalls in ruhigen Bahnen. Marktbeobachter machen zwar Kaufinteresse bei den Exporteuren aus, die ein wenig Weizen für Geschäfte im kommenden Jahr in die Bücher nehmen wollen. Doch die Abgabefreude hält sich in Grenzen. Makler an den Seehäfen in Hamburg und Rostock berichten, dass sich die ersten Käufer bereits wieder ein wenig zurückziehen. In Norddeutschland wird ein Preisniveau für B-Weizen von knapp 180 €/t franko genannt.
Makler rätseln darüber, wie hoch die Weizenvorräte der Landwirte sind. Generell sei das schwer einschätzbar, heißt es. Einig ist man sich in der Vermutung, dass die Bestände deutlich über dem Vorjahresniveau liegen.

Wenig Abgabebereitschaft für Futterweizen

Der Maismarkt kommt auch nicht so recht in Schwung. Die Preisverhandlungen zwischen Käufern und Verkäufern beschreiben Makler als sehr mühsam. „Wer Mais in den Mischungen vermeiden kann, tut das“, heißt es dazu. Importware etwa aus der Ukraine sei zwar im Hafen Brake vorhanden, allerdings müsse bei der Höhe der Ablauffracht die Kalkulation stimmen. Futterweizen als Alternative sei zwar denkbar, doch Abgeber sind momentan eher verhalten.

Einzelne Marktteilnehmer nehmen auch schon den Absatzmarkt Türkei in den Blick. Von den Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Ankara ist auch der Weizenhandel zwischen beiden Ländern betroffen. Marktkenner rechnen damit, dass die Ukraine sich große Teile des Türkeigeschäfts, das normalerweise von Russland bedient würde, sichern wird. Auch Rumänien hätte, was die Frachten angeht, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber hiesiger Ware. Allerdings braucht die Türkei auch Weizen mit hohem Proteingehalt, gibt ein Makler zu bedenken. Doch sei Ware aus dem Baltikum oder Polen wahrscheinlich preiswürdiger. (pio)
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