Märkte am Mittag

Markt ignoriert No. 3

Die Getreidemärkte zeigen sich heute Mittag von ihrer wenig inspirierten Seite. Das berichten Gesprächspartner aus dem Hamburger Markt gegenüber agrarzeitung.de.

Bei Mahlweizen gibt es wenig Geschäftsinteresse der Mühlen für die alte Ernte. Da Anschlusskontrakte für Mehlgeschäft fehlten, seien die Verarbeiter sehr zurückhaltend, heißt es dazu von Maklern und Händlern. Wenn überhaupt gehandelt würde, dann nur Kleinstmengen. Auch für die neue Ernte finden nur ganz vereinzelt Geschäfte statt.

Hohe Frachten am Mittellandkanal

Exportseitig läuft die Abwicklung von Altkontrakten weiterhin auf Hochtouren. „Die Frachten auf den Kanälen sind sehr hoch“, sagte ein Marktteilnehmer zu agrarzeitung.de. Würde man normalerweise für die Strecke Mittellandkanal bis Hamburg 6 €/t zahlen, würden nun 8 bis 9 €/t fällig.

Davon abgesehen hätten die Exporteure den Weizen für die jetzt zur Abwicklung stehenden Kontrakte größtenteils bereits in den Büchern. Nachfrage aus der zweiten Hand, die mit den Ausfuhrgeschäften in Verbindung stehe, sei sehr gering. Neugeschäft im Export zeichne sich noch nicht ab, doch für manchen Beobachter ist dies nur eine Frage der Zeit: „Bei einem Eurokurs von 1,11 US-Dollar ist deutscher Weizen im internationalen Wettbewerb doch recht attraktiv“, schätzt ein Marktteilnehmer die Lage ein.

‘No. 3‘ wird nur beobachtet

Der neue Mahlweizen-Future ‚Premium Milling Wheat No. 3‘ an der Matif wird weiterhin eher beobachtet, als dass auf den Kontrakt gehandelt würde. Prämiengeschäfte auf die neue Ernte werden nach wie vor auf den bewährten Future ‚Mahlweizen No. 2‘ basiert. Verkäufer am deutschen Markt würden zwar versuchen, das Aufgeld des Kontraktes ‚No. 3‘ über den Future ‚No. 2‘ für Geschäftsabschlüsse zu nutzen, aber damit auf wenig Gegenliebe bei den Käufern stoßen.

Findige Verkäufer wollen Spanne nutzen

Derzeit liegt der Geldkurs des ‚No. 3‘ für den Septembertermin rund 2 €/t über dem aktuellen Geldkurs für den entsprechenden Termin des Kontraktes ‚No. 2‘. Die wenigen Umsätze, die bisher auf den Future stattgefunden hätten, seien von Market Makern – also Börsenmaklern, die über das Kaufen und Verkaufen Liquidität in den Handel eines Finanzprodukts bringen sollen - getätigt worden, zeigen sich hiesige Marktteilnehmer überzeugt.

Der Termin Mai 2015 für Mahlweizen No. 2 an der Matif fällt heute Mittag 0,25 €/t auf 186,50 €/t. Die Laufzeit September 2015 legt 0,25 €/t auf 185 €/t zu. Bei dem Future ‚No. 3‘ ist das Geschäft im Wesentlichen zum Erliegen gekommen. Auf den Termin Dezember 2015 wurde ein Kontrakt zu 189 €/t umgeschlagen, das Handelsvolumen für ‚No. 2‘ zu dem Termin steht heute Mittag bei 472 Kontrakten.

Futtergerste wenig gefragt

Für Futtergerste gibt es im Norden derzeit mehr Verkäufer als Käufer. Ganz kleines Interesse soll es aus der Mischerfutterindustrie für den Termin März bis Juni zu 172 €/t franko Südoldenburg geben. (pio)
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