Märkte am Mittag

Markt rätselt über Exportschätzung

Mit Erstaunen hat die Branche auf die Schätzung der EU-Weizenexporte seitens des USDA reagiert. Ein Export von 33,5 Mio. t Weizen in dieser Kampagne sei nahezu unmöglich zu realisieren, so der Tenor im Markt. Die USDA-Schätzung sei zwar unglaubwürdig, doch man müsse damit leben, hieß es in der Getreidebranche. Auch die überraschende und extrem große Anhebung der globalen Maisbestände durch eine für drei Jahre rückwirkende Korrektur der chinesischen Zahlen sorgte für Irritationen. „Wenn man sieht, dass Märkte heute darauf kaum regieren, weiß man, was man davon zu halten hat“, formulierte es ein Marktbeteiligter spitz.
 
An der Matif zogen die Weizenpreise nach der Abwärtskorrektur des Vortags heute wieder etwas an. Im Mittagshandel notierte der Dezember mit 182 €/t und der März mit 187 €/t. Angesichts der schwachen europäischen Exportzahlen lägen die Börsennotierungen für Weizen an der Matif mindestens 10 €/t zu hoch und dem Weizenpreis käme lediglich der schwache Euro zugute, hieß es aus der Branche.  
 
Die Kassamarktprämien im Westen haben sich für Backweizen wenig bewegt. Für das alte Jahr und die Termine durchgehen bis zu neuen Ernte werden Minusprämien von 2,00 bis 3,00 €/t auf die jeweiligen Matif-Notierungen durchgehend bis Juni genannt. Obwohl das Weizenangebot  nicht drängend ist, kommen doch stetig kleinere Partien an den Markt, berichten einzelne Mühlen. Für die neue Ernte hat sich das Geschäft etwas abgeschwächt. Hierfür wird von Mühlenseite eine Minusprämie von 5,00 €/t auf Matif-September und für September/Dezember der gleiche Preis wie Matif-Dezember genannt.
 
Die Futtergetreidemärkte tendierten ruhig. Frachtfrei Südoldenburg lagen die Futterweizenpreise für Lieferung im alten Jahr je nach Geld- oder Briefseite bei 179,00 bis 182,00 €/t.
 
Raps war kaum aufgerufen. Die Ölmühlen Westen sind für das alte Jahr nur bedingt  ansprechbar. Die Kassamarktprämien für November/Dezember lagen am Niederrhein bei 5,00 €/t und auf Mannheim bei 6,00 €/t bezogen auf Februar. An der Matif konnten sich die Rapsnotierungen nach schwächeren Start fangen und im Mittagshandel notierte der Februar bei knapp 375 €/t unverändert wie am Vortag. (St)
stats