Versorgungslücke

Marokko regelt Weizenmarkt

Marokko wird 2016 voraussichtlich nur 2,8 Mio. t Weizen ernten. Als Grund nennt die Außenstelle des US-Agrarministeriums USDA in Rabat die „dramatische" Trockenheit. Die gesamte Getreideernte ist etwa zwei Drittel niedriger als im Vorjahr.

In der Folge könnten die Weizenimporte 2016/17 auf 5,0 Mio. t steigen. Sie waren bereits 2015/16 mit 4,7 Mio. t ungewöhnlich hoch, weil Marokko sich seit Monaten auf die schwache Weizenversorgung einstellt. Üblich sind Importe um die 4,0 Mio. t. In der Saison 2015/16 war Frankreich der größte Lieferant, gefolgt von Kanada und der Ukraine. Die EU ist für gewöhnlich der größte Weichweizenlieferant Marokkos, während der Großteil der Durum-Importe aus Kanada stammt.

Regierung in Rabat erhöht Importzölle

Bereits Anfang Januar hatte die Regierung in Rabat ein Dringlichkeitsprogramm wegen der Trockenheit gestartet und Tierhaltern subventionierte Gerste zur Verfügung gestellt. Weizenimporte werden allerdings vorübergehend für marokkanische Verbraucher teurer. Die Importzölle sollen nach Informationen des USDA-Büros noch bis zum 15. August 65 Prozent statt der üblichen 30 Prozent betragen. Damit sollen Landwirte im Land animiert werden, Weizen direkt aus der Ernte zu vermarkten. (db)
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