Märkte am Mittag

Matif-Weizen erneut im Minus


Markttendenz
International bleibt der Getreidemarkt vorerst unter Druck. In Deutschland sorgt das für eine geringe Abgabebereitschaft der Landwirte.
Die Getreidemärkte diesseits und jenseits des Atlantiks bewegen sich heute auseinander. Nach den deutlichen Verlusten von gestern folgt an der CBoT eine Gegenreaktion. Der September-Future steigt um 4 Cent auf 3,66 US-$/bushel. Auch Kansas-Weizen kann zulegen.

An der Matif verliert europäischer Weizen dagegen erneut. Der starke Euro (13.30 Uhr bei 1,1832 US-$) und die Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion drücken weiter auf die Notierungen. Der September notiert mittags mit 165,50 €/t mit 0,50 €/t im Minus. Bis zum Jahresende werden Russland, Kasachstan und die Ukraine das Exportgeschehen bestimmen. Erst danach dürften sich für EU-Weizen bessere Chancen ergeben. Die Weizenfutures für die Termine Mai und September 2018 stehen wohl auch deshalb an der Matif knapp im grünen Bereich und können sich der negativen Stimmung etwas entziehen.

Raps erzielt über alle Termine leichte Notizgewinne. Der November legt um 0,75 €/t auf 367,25 €/t zu.

Im Emsland und in Ostfriesland bleibt die Raps- und Getreideernte ein Geduldsspiel. In südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim ist die Rapsernte weitgehend abgeschlossen. Die Erträge auf den meist leichten Böden liegen mit 3 bis 4 t/ha auf einem normalen Niveau. Nach schweren Unwettern mit Hagel in der vergangenen Woche sind auf vielen Flächen aber Verluste von bis zu 80 Prozent zu beklagen.

Die Ernte von Triticale und Weizen wird immer wieder durch Regenschauer unterbrochen. Bei Triticale tritt vermehrt Auswuchs auf. Die Weizenqualitäten sind meist in Ordnung. Die Veredelungsbetriebe verkaufen ihr Getreide direkt aus der Ernte an die Mischfutterindustrie. Bei Rücknahme von Mischfutter werden im den westniedersächsischen Veredelungsgebieten ex Ernte Preise von 147 bis 150 für Roggen, und 165 bis 170 für Futterweizen bezahlt.

An der Küste hat die Rapsernte gerade erst begonnen. Weizen ist meist noch zu nass. In Triticale wird häufig Auswuchs beobachtet. Für Aussagen zu Erträgen und Qualitäten ist es in Ostfriesland und im Elbe-Weser-Dreieck aber noch zu früh. (SB)
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