Märkte am Morgen: Getreide

Matif-Weizen gibt Gewinne ab

Weizen: Die Tagesgewinne an der Matif ließen sich im Sitzungsverlauf nicht halten. Als Chicago in den roten Bereich dreht, gibt auch der Matif-Weizen wieder nach. Der September verliert 3,25 €/t und fällt auf 158 €/t. Der Dezember schließt nach einem Minus von 1,75 €/t mit rund 163 €/t.
 
Die europäische Weizenernte wird nach dem jüngsten Bericht von Strategie Grains etwas kleiner ausfallen als zuletzt geschätzt. Die französischen Analysten senkten ihre Prognose für die Weichweizenernte durch eine kleinere Ertragserwartung in Frankreich um 1,2 Mio. t auf 145,5 Mio t. Der Deutsche Raiffeisenverband geht in seiner aktuellen Ernteschätzung nur noch von einer durchschnittlichen Getreideernte in Höhe von knapp 47,5 Mio. t für Deutschland aus.
 
Der Weizenexport aus der EU ist zügig angelaufen. In dieser Woche erteilte die EU-Kommission neue Exportlizenzen über 779.000 t Weichweizen. Nach Einschätzung von Strategie Grains lassen sich in diesem Wirtschaftsjahr nur Weichweizenexporte aus der EU von 29 Mio. t erwarten.
 
In Chicago gaben die Weizen-Notierungen mit schwachem Mais nach. Der Frontmonat September verliert 5,6 Cent/bushel und fällt auf 4,34 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von knapp 318.000 t Weizen fielen mager aus.
 
Die russische Weizenernte bringt nach ersten Ergebnissen bessere Erträge als erwartet und setzt sie Weizenpreise unter Druck. Nach einem Bericht von UkrAgroConsult sind die fob-Preise in Russland für Weizen mit 12,5 Prozent auf 167 bis 170 US-$/t gefallen. Dies wären niedrigsten Preise seit 2007, so die Beratungsorganisationen.
 
Ägypten verweigert die Annahme einer Schiffsladung von 33.000 t Weizen aus den USA wegen zu hohen Belastungen mit Mutterkorn. Die Partie soll doppelt so hohe Werte als die tolerierten Mengen von 0,05 Prozent Mutterkorn ausweisen.
 
Mais: Die Wettermodelle für die USA verheißen kurzfristig keine extreme Hitze mehr und prognostizieren sogar einzelne Schauer. In Chicago setzen Gewinnmitnahmen ein und die Maisnotierungen gaben daraufhin wieder nach. Die Verluste blieben mit einem Minus von 4,2 Cent/bushel für den September, der auf 3,78 US-$/bushel fiel, überschaubar. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,36 Mio. t verteilen sich grob zur Hälfte auf die alte und die neue Ernte.
 
Mais/Gerste: An der Matif konnten sich die Maisnotierungen gut behaupten, der August schloss nach einem leichten Plus knapp unter 174 €/t. In dieser Woche wurden in der EU umfangreiche neue Importlizenzen von 348.000 t Mais gezogen.
 
Der Gerstenexport aus der EU startet im neuen Wirtschaftsjahr noch verhalten, denn es wurden nur 190.000 t neue Exportlizenzen für Gerste genommen. Strategie Grains rechnet mit einer europäischen Gerstenernte von 62,1 Mio. t und korrigierte die vorangegangene Schätzung um 500.000 t nach unten. Die Gerstenexporte der Union taxieren die französischen Analysten für 2016/17 auf 7,2 Mio. t nach 10,8 Mio. t im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. (St)
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