-- , Chart: (c) Bloomberg / Bearbeitung Bremer Landesbank
Chart_Matif_Weizen

Der Verfall des Mai-Weizen-Kontraktes an der Matif und die für heute Abend angekündigten Wasde-Zahlen des US-Agrarministeriums USDA machen es nicht ganz einfach, den Markt einzuschätzen. Der Wechsel auf den September-16-Weizen-Kontrakt als neuen Frontmonat ändert zunächst die kurzfristig relevanten Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Die neue relevante Horizontalunterstützung im September-Kontrakt liegt bei 159 €/t, während sich die neuen Widerstände auf der Oberseite bei 165,75 €/t befinden.
 
Grundsätzlich aber hat sich das (eingetrübte) Bild im EU-Weizen nicht verändert oder aufgehellt. Im Gegenteil, im verfallenden Mai-Kontrakt konnte – wie zu erwarten – die vielfach angesprochene Horizontalunterstützung bei 150€/t nicht halten. Würden nun im September Kontrakt die 159 €/t unterschritten, wäre damit der Weg frei, um über die Zwischenstation 156,50 €/t erneut das Preisniveau von 150 €/t – diesmal jedoch im September-Kontrakt – zu testen.

Bären haben erfolgreich Kräfte gesammelt

Damit hätten – wie bereits in den vorherigen Berichten geschrieben – die Bären in der erlebten Seitwärtsphase erfolgreich ihre Kräfte gesammelt und in fallende Notierungen umgemünzt. Allzu oft sind aber Bewegungen dieser Art ein zumindest zeitweiliger Abschluss der übergeordneten Trendbewegung. Insofern empfiehlt es sich, in fallenden Notierungen kurz- bis mittelfristige Chancen zu sehen. Zeichen für langfristig steigende Weizenpreise zeichnen sich derzeit aber weder technisch noch fundamental ab.

Der September-Kontrakt befindet sich auf der wichtigen Horizontalunterstützung bei 159 €/t. Kurzfristig würden nur Kurse über 162 €/t und 165,75 €/t Druck vom Weizenpreis nehmen. Jedoch bedarf es Kursen über 172 €/t, um nennenswert höhere Preisniveaus zu aktivieren. Das wahrscheinlichere Szenario im September-16-Kontrakt jedoch ist, dass 159 €/t unterschritten werden und anschließend die 150 €/t getestet werden. In dieser Region sollte auf mögliche Kaufsignale geachtet werden.

Solange jedoch die 159 €/t nicht unterschritten und 165,75 €/t nicht überschritten werden, verbleibt der Matif-Weizen seiner Seitwärts-Range.

--

Iro Betz, Bremer Landesbank, Spezialist für technische Analysen
stats