Märkte am Morgen: Getreide

Matif-Weizen verliert erneut

Weizen: An der Matif stehen die Weizennotierungen weiter unter Druck. Der März verlor 0,75 €/t und fiel auf 175,50 €/t, den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Die Handelsaktivitäten waren allerdings nur unterdurchschnittlich. Der relativ stabile Euro und verhaltene Exportaussichten dürften für neuen Druck gesorgt haben.
 
Am Hamburger Markt waren die Kassaprämien unverändert. Die Gebote für Weizen mit 12 Prozent lagen für Januar 1,50 €/t unter der Matif-Notierungen für März. Die Abgeber wollen aber nur einen Abschlag von 0,50 €/t auf die Matif Notierung akzeptieren. In Polen sind die Weizenpreise in den Häfen aufgrund fehlender Anschlussaufträge für den Export in der Vorwoche auf 166 €/t für Januar-Lieferung gefallen.
 
Agenturberichten zufolge hat Algerien in der Vorwoche statt der geplanten 500.000 t sogar 800.000 t Weizen optioneller Herkunft gekauft. Es gilt als ausgemacht, dass argentinischer Weizen im Tender ist. In Argentinien hat der neue Präsident Macri die bisherigen Exportsteuern vom Weizen in Höhe von 23 Prozent abgeschafft. Dadurch dürfte argentinischer Weizen auch für die klassische französische Export-Destination Nordafrika interessant geworden sein, wird vermutet.
 
Die argentinische Präsidentschaft erwartet in den nächsten vier Jahren einen Anstieg der Getreide- und Ölsaatenproduktion um 30 Mio. t in Argentinien. Die kommende Weizenernte wird nach Schätzungen der Börse Rosario 9,6 Mio. t betragen, das USDA liegt allerdings 900.000 t über der Börsenschätzung.
 
In Chicago brachten Shortabdeckungen und Positionsbereinigungen vor der morgigen Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed die Weizenkurse in den grünen Bereich. Die Notizgewinne blieben mit 3 Cent/bushel für die vorderen Termine überschaubar. Der März schloss bei 4,93 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Exportverladungen von knapp 435.000 t waren deutlich besser als in der Vorwoche, hinken aber noch fast 15 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.
 
Mais: Auch bei Mais halfen Shortabdeckungen vor dem Jahresschluss den Chicagoer Notierungen zu überschaubaren Kursgewinnen von bis zu 4,2 Cent/bushel für die vorderen Termine. Der März notierte bei 3,79 US-$/bushel.
 
Auch bei Mais hat die argentinische Regierung die bisherigen Exportsteuern von 20 Prozent auf Null gesenkt. Für die laufende Maisaussaat erwarten Analysten noch einen Anstieg der argentinischen Maisfläche um 10 Prozent. In Argentinien kann noch bis Mitte Januar Mais ausgesät werden kann. 90 Prozent der Produktion ist allerdings gentechnisch veränderter Mais.
 
In Paris schwächelnden die Maisnotierungen weiter. Der Januar verlor 1 €/t und fiel auf 163,50 €/t. (St).
 
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