-- , Chart: Bremer Landesbank

Chart_Matif_Weizen

Der Verlauf der vergangenen Handelswoche, insbesondere der Zufluss spekulativen Kapitals in Agrarrohstoffe, konnte den Kurs für Weizen an der Matif nicht aus der aktuellen Seitwärtsbewegung befreien. Profitieren von dem Einfluss spekulativen Kapitals konnte der Pariser Weizen nur kurzfristig. Die erhöhten Kursniveaus der abgelaufenen Woche wurden umgehend zu erneuten Verkäufen genutzt.

Mehr Durchblick
Ab sofort beobachten Marktexperten auf agrarzeitung|online regelmäßig die Kursentwicklung der wichtigsten Agrarrohstoffe in Chartanalysen. Wöchentlich stehen Ihnen Analysen zu der Marktentwicklung bei Weizen an der Matif in Paris sowie bei Mais und Weizen an der Chicago Board of Trade (CBoT) in Chicago zur Verfügung. Im 14-täglichen Rhythmus analysieren Marktexperten die Kursentwicklung der Rapssaat in Paris und der Sojabohne in Chicago. (az)
Aktuell zeigen die Weizenkurse deutliche Schwierigkeiten, sich nachhaltig vom langfristigen Aufwärtstrend nach oben zu lösen und einen Bruch der abwärts verlaufenden, oberen Trendkanalbegrenzung (im Chart rot eingezeichnet) herauszufordern. Das untermauert, welche Herausforderung es für den EU-Weizenmarkt darstellt, die aktuellen Preisniveaus zu halten. Zusehends entsteht der Eindruck, dass die Seitwärtsbewegung der vergangenen drei Monate von den Bären am Markt dazu genutzt wird, Kräfte für einen Angriff auf den Langfristtrend zu sammeln. Noch aber hält die wichtige Unterstützung bei 150 €/t.

Trendrichtung lautet seitwärts

Solange der Weizenkurs sich zwischen 150 €/t und 159,50 €/t bewegt, lautet die Trendrichtung seitwärts. Kann die Marke von 150 €/t in den kommenden Tagen nicht verteidigt werden und fallen die Kurse unter 148 €/t, liegen die nächsten Unterstützungen für Matif-Weizen bei 141,50 €/t bis 139,50 €/t, gegebenenfalls übergeordnet sogar erst bei circa 133 €/t.

Die aktuelle Seitwärtsbewegung auf leicht erhöhtem Niveau ist nach dem Ausverkauf im Februar nicht überraschend und muss, solange der Abwärtstrend nicht nach oben verlassen wird, trendbestätigend gewertet werden. Nur Kurse über 157 €/t und158 €/t geben einen ersten Hinweis auf einen möglichen Versuch, den Horizontalwiderstand bei 159,50 €/t zu überwinden. Oberhalb des dann folgenden Widerstandes bei 163,50 €/t wäre mit dynamisch steigenden Kursen zu rechnen.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Die Wahrscheinlichkeit für einen Ausverkauf bis 142,50 €/t oder sogar darunterist derzeit höher, als dass die Marke von 159,50 €/t erobert wird. Solange aber der Markt kein klares Richtungssignal generiert hat, ist disziplinierte Zurückhaltung, sprich: eine möglichst neutrale Positionierung, der beste Ratgeber.

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Iro Betz, Bremer Landesbank, Spezialist für technische Analysen
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