Märkte am Mittag

Matif blickt auf 200-Euro-Marke


Die Börse in Paris im Palais Brongniart
-- , Foto: Pol /fr.wikipedia
Die Börse in Paris im Palais Brongniart

Der Frontmonat März für Weizen an der Matif in Paris nimmt noch einmal einen kleinen Schritt nach oben. Mit 199,25 €/t wird der Kontrakt am Mittag bewertet, das ist ein Plus von 0,25 €/t gegenüber dem Vortag. Der folgende Mai-Termin bewegt sich bei 196,25 €/t seitwärts. Der Pariser Raps zeigt sich bei 387 €/t für den Fronttermin Mai wenig verändert. In Chicago schwächeln Mais und Sojabohnen ein wenig, während sich die Weizenkurse im grünen Bereich halten.

Teilnehmer am deutschen Kassamarkt halten es für möglich, dass der Frontmonat März an der Matif die 200-Euro-Marke kurzfristig als neuen Widerstand testet. Allerdings weisen Gesprächspartner auch darauf hin, dass der März-Termin ein „Auslaufmodell“ sei und der Mai-Kontrakt ein besserer Gradmesser für die weitere Marktentwicklung. Hier halten sie ein Kursniveau von 200 €/t für weniger wahrscheinlich.

Den jüngsten Preisanstieg führen sie auf den Wettermarkt in Südamerika zurück, der am Vortag die Sojakurse in Chicago und mit ihnen auch die Getreidemärkte nach oben getrieben hat. Dürre bedingt haben brasilianische Schätzer ihre Prognose für die dortige Bohnenernte zurückgeschraubt. Ansonsten gebe es keine fundamentale Begründung für festere Preise – die weitere Entwicklung sei schwer zu greifen, heißt es.

An der Grundstimmung im Kassamarkt hat sich indes wenig geändert. Die Mühlen sind allenfalls sporadisch am Markt, wenn sie ihrerseits Mehlgeschäft verzeichnen, heißt es aus Niedersachsen. Das Preisniveau für B-Weizen franko Mühlen Niedersachsen liegt bei 193 bis 195 €/t. Futterweizen franko Südoldenburg für März/April liegt bei 199 bis 200 €/t.

Im Nordosten ist die Mühlenindustrie ebenfalls zurückhaltend, da ihre Kunden ihrerseits in der aktuellen Marktkonstellation keine großen Geschäfte eingehen. Für A-Weizen im nordostdeutschen Raum sind für den März 195 €/t franko im Gespräch. B-Weizen franko Hamburg Basis März wird mit 202 €/t (Geld) bewertet, für A-Weizen sind in Hamburg und Rostock Aufgelder von 2 €/t möglich.

Das Geschäft mit der neuen Ernte läuft seitens der Landwirtschaft weiter schleppend. Große Impulse für steigende Preise sehen Marktteilnehmer im physischen Geschäft nicht, da auch die Gefahr möglicher Winterschäden ausgestanden sein dürfte. (pio)
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