Märkte am Morgen: Getreide

Matif gewinnt mit Chicago

Weizen: Die europäischen Weizennotierungen bekamen Impulse von festeren Vorgaben aus Chicago. Die Matif schloss für den Frontmonat Mai mit 171 €/t zwar unverändert wie am Vortag, legte aber für die beiden vorderen Termine der neuen Ernte 2,50 €/t zu. Ein festerer Eurokurs, die absehbare Rückkehr Russlands an die Exportmärkte und die guten Ernteaussichten für den europäischen Weizen bremsten den Auftrieb.
 
Die Mai-Notierung hat für die Kassamärkte kaum noch Bedeutung, denn der Frontmonat läuft am Montag der kommenden Woche aus. Obwohl in den vergangenen Tagen die offenen Positionen des Mai-Kontraktes stark abgebaut wurden, lassen sich für die letzten Handelstage Verwerfungen und technische Kursschwankungen nicht ausschließen. Der Kassamarkt orientiert sich bei der Ableitung für die alterntigen Weizenpreise inzwischen schon verstärkt am September bzw. Dezember der neuen Ernte.
 
Die Chicagoer Weizennotierungen profitierten von der Erntebereisung in Kansas. Nach Short-Eindeckungen zogen die Kurse bis zu 12,6 Cents/Bushel an. Die Scouts in Kansas berichten am zweiten Tag ihrer Erntebereisung von schwach entwickelten Beständen, die unter Frost- und Trockenschäden gelitten haben und zum Teil von Gelbrost befallen sind. Die Ertragsaussichten enttäuschten, denn die Schätzung von 34,3 bushel/acre (2,3 t/ha) liegt unter den schwachen Werten des Vorjahres und ist für diesen Zeitpunkt die niedrigste seit 14 Jahren. Die jüngsten Regenfälle in den US-Plains haben den Zustand der Hard-Red-Winterweizenbestände anscheinend nur regional verbessert. Am Wochenanfang hatte das USDA die Bonitierung der Weizenbestände Kansas war etwas angehoben, aber 32 Prozent der Bestände mit schlecht bis sehr schlecht bewertet.
 
Indien wird in diesem Jahr keine Rolle als Weizenexporteur spielen können. Das USDA-Büro vor Ort erwartet nur noch eine indische Weizenernte von 87 Mio. t - ein Minus von fast 9 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Für die laufende Kampagne rechnet es mit einem Importbedarf Indiens von 1 Mio. t Weizen. Vor zwei Jahren hatte Indien noch 6,8 Mio. t Weizen exportiert. Der IGC geht dagegen noch von einer sehr optimistischen Schätzung und einer indischen Weizenernte von 94 Mio. t aus.
 
Mais: Feste Kassamarktnotierungen in den USA, Kaufinteresse der Endverbraucher und spürbare Verkaufszurückhaltung der US-Farmer ließen die Chicagoer Maisnotierungen erneut etwas ansteigen. Der Juni legte 4 Cents/Bushel zu.
An der Matif profitierte Mais vom festeren Weizen. Der Juni legte 1,50 €/t auf 154 €/t zu.  Der August machte sogar 3 €/t gut. (St)
stats