Märkte am Morgen: Getreide

Matif springt nach oben

Weizen: Die schlechten Ergebnisse aus der französischen Weizenernte lösten an der  Matif Short-Abdeckungen aus und ließen die Weizenpreise seit langem wieder deutlicher  ansteigen. Der September legte 6,50 €/t zu und schob sich auf 167 €/t hoch. Der September machte 5,25 €/t gut und notiert knapp unter 169 €/t.
 
Die Ergebnisse der französischen Weizenernte fallen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht enttäuschend aus. Die französische Beratungsorganisationen Agritel berichtet auch im weiteren Verlauf der Ernte von anhaltend enttäuschenden Erträgen. Die französische ODA-Gruppe senkte die Prognose für die Weizenernte Frankreichs um weitere 3 Mio. t auf 32 Mio. t. Auch pessimistische Einschätzungen halten inzwischen eine 25 Prozent niedriger französische Weizenernte als im Vorjahr für möglich.  
 
In Deutschland bringt die Weizenernte durchwachsene Ergebnisse. Die instabilen Witterungsverhältnisse setzen aber auch an die hiesige Ernte größere Fragezeichen. Am Hamburger Markt schwächten sich die Kassaprämien am Vortag leicht ab.  Für Weizen mit 12 Prozent Protein lagen die Preise je nach Geld- oder Briefseite 0,50 bis 1,50 €/t über Matif-Dezember.
 
In Chicago sorgte der Auftrieb an der Matif ebenfalls für überraschende Short- Eindeckungen. Die Kurse stoppten ihre Talfahrt und legten bis zu 5,4 Cent/bushel zu. Sie bewegen sich aber weiterhin um den tiefsten Wert seit zehn Jahren. Der September notierte mit 4,18 US-$/bushel.
 
Der Weizenexport aus der EU startet ansehnlich in die neue Saison. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 846.000 t Weichweizen gezogen, die sich damit auf 1,8 Mio. t summiert haben. Die tatsächlichen Ausfuhren liegen nach den Zolldaten der EU-Kommission in diesem Wirtschaftsjahr bei 853.000 t, davon knapp 147.000 t aus Deutschland. Die USA tun sich beim Weizenexport trotz ihrer niedrigen Weizenpreise schwer. Die wöchentlichen US-Exportzahlen für Weizen erreichten nur 478.000 t.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen gaben erneut nach. Die Kursverluste hielten sich mit einem Minus von bis zu 3,4 Cent/bushel aber im Rahmen. Der September notierte mit  3,34 US-$/bushel. Keinerlei Wetterprobleme und Aussicht auf Niederschläge am Wochenende im US-Maisgürtel ließen die Fonds weitere long-Positionen auflösen.
 
In Argentinien zeichnen sich durch den Streik der LKW-Fahrer deutliche Verzögerung bei Maisexport ab. Die Maisbestände in den Verladehäfen waren äußerst niedrig, da die argentinische Maisernte erst zu etwas mehr als zur Hälfte abgeschlossen ist. In den Häfen kommen keine Maislieferungen mehr an. Laut USDA wird Argentinien diesem Jahr 28 Mio. t Mais ernten und muss davon 19 Mio. t exportieren.
 
Mais/Gerste: In Paris legte Mais mit festeren Weizen etwas zu. Der Frontmonat machte  1,75 €/t auf 169 €/t gut. Der November legte sogar 3,00 €/t zu. An Importlizenzen für Mais wurden in dieser Woche 138.000 t gezogen. Der Gerstenexport aus der Ernte heraus läuft stetig, es wurden neue Exportlizenzen von 191.000 t Gerste erteilt. (St) 
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