Märkte am Morgen: Getreide

Mega-Bestände geben Weizen den Rest

Weizen: Erneut bestätigt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die komfortable Versorgung weltweit mit Weizen. Daran können auch kleinere Korrekturen beim Export nichts ändern. Die Börse in Chicago (CBoT) fiel regelrecht in einen kleinen Schockzustand; angesichts der hohen Weizenbestände, die nochmals im Oktober gestiegen sind. Der Frontmonat Dezember gibt im Donnerstagshandel um 2,50 Cent auf 4,43 US-$/bushel nach. Hingegen können sich die Kurse am heutigen frühen Morgen wieder etwas erholen.

In Paris verharrt der vordere Dezember-Termin am Donnerstag unverändert bei 161,75 €/t. Der Wasde-Report des USDA wurde erst nach Börsenschluss in Paris veröffentlicht. An der Euronext machten am Donnerstag vielmehr die ersten Prognosen zur Flächenschätzung des französischen Handelsunternehmens Strategie Grain die Runde. Demnach erwarten die Pariser Analysten eine leichte Anbauausweitung bei Weizen, der in den vergangenen Jahren rund 1 Mio. ha in der EU verloren hatte.

Weitaus mehr trauen die Pariser sogar der Gerste zu. Hier dürfte in der EU die Anbaufläche um 1 Prozent steigen.


Mais: Die Notierungen erhalten nach der Veröffentlichung der USDA-Zahlen für Mais am Donnerstag zum Börsenbeginn in Chicago einen mächtigen Schub. Für die USA erwarten die Analysten des USDA eine geringere Ernte und weltweit ein Abschmelzen der Maisbestände, was schon alleine ausreichte, dass die Kurse für den Dezember-Termin um 3,00 auf 3,49 US-$/bushel stiegen.

In Paris erzielt der November-Termin leichte Gewinne und schließt bei 152,00 €/t. Das USDA rechnet mit einer engeren globalen Maisbilanz. Der Verbrauch dürfte das Angebot um 26 Mio. t übertreffen. Um diese Menge würden die globalen Endbestände 2017/18 sinken auf rund 201 Mio. t. Die sonnigen Tage dürften die Ernte in der EU weit voranbringen. Dennoch ändert sich nichts daran, dass der Importbedarf 2017/18 von Mais in der EU mit rund 16 Mio. t nach Angaben des USDA groß ist.

Maisfläche sinkt

Im kommenden Jahr erwartet das Analystenhaus Strategie Grain einen weiteren Rückgang der Maisfläche in der EU um rund 130.000 ha. Damit wäre die Maisfläche seit 2013 um rund 1 Mio. ha insgesamt zurückgegangen. Grund sind beispielsweise die Auflagen, die das EEG in Deutschland für den Einsatz von weniger Silomais in Biogasanlagen macht.

Eurokurs: Der Eurokurs notiert mit 1,1847 US-$ am Freitagmorgen leicht schwächer. Die Exportaussichten für deutsche Ware steigen. Das beflügelt die Börse. Am Donnerstag erreicht der Dax mit 13.000 Punkten einen neuen Höchststand seit seinem Bestehen. (da)
stats