Vorschätzung

Mehr britischer Weizen für Ethanol


Die britische Weizenernte 2014 erreicht gut 16,6 Mio. t und übersteigt das Vorjahresergebnis um 4,7 Mio. t. Damit sind wieder umfangreiche britische Weizenexporte möglich. Eine Zahl nennt das Getreideamt HGCA in London in der aktuellen Bilanz nicht. Es ist aber absehbar, dass es ein Mehrfaches der Vorjahresmenge wird. Großbritannien hat 2013/14 nur 430.000 t Weizen exportiert. Den Fünfjahresdurchschnitt der britischen Weizenexporte weist das HGCA für den Zeitraum 2009/10 bis 2013/14 mit 1,8 Mio. t aus.

Hohe Importe in zwei Ausnahmejahren

Für die Importe hat das Getreideamt eine Vorstellung. Die britischen Weizenimporte könnten 2014/15 auf 1,3 Mio. t schrumpfen – im Vergleich zu 2,2 Mio. t im Vorjahr und 3,0 Mio. t vor zwei Jahren. Das Fünfjahresmittel beträgt für die Importe rund 1,7 Mio. t. Der Durchschnittswert ist allerdings ungewöhnlich hoch, weil er die beiden Ausnahmejahre 2012/13 und 2013/14 enthält. In der Saison 2011/12 etwa haben die britischen Weizenimporte nur 900.000 t erreicht.

Mehrmengen für die Industrie

Margen unter Druck

Die beiden britischen Ethanolwerke von Ensus und Vivergo sind für eine Verarbeitung von jeweils 1 Mio. t Weizen konzipiert. Diese Mengen stehen bisher jedoch nur auf dem Papier und werden auch 2014/15 nicht annähernd erreicht. Den Herstellern macht zurzeit auch das billige Rohöl zu schaffen. Es drückt kräftig auf die Ethanolpreise. Bei leicht anziehenden Weizenkursen werden die Margen eng. (db)

Deutlich steigen wird 2014/15 voraussichtlich der Inlandsverbrauch an Weizen. Für die Weizenverwendung für die menschliche Ernährung und die Industrie – außer Futter – schätzt das HGCA ein Wachstum um 5 Prozent auf gut 7,8 Mio. t. Mühlen werden allerdings eher etwas weniger verarbeiten, weil die Mehlausbeute aus der Ernte 2014 höher ist als im Vorjahr. Das heißt, dass die Mehrmengen den Ethanolwerken zu Gute kommen. Explizit wird dieser Posten in den HGCA-Bilanzen nicht ausgewiesen. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass 2014/15 fast 500.000 t Weizen mehr als im Vorjahr für die Ethanolherstellung bereitstehen.

Höhere Mengen landen im Futtertrog

Profitieren von der reichlichen Weizenversorgung können schließlich die Mischfutterhersteller und Tierhalter. Nach Einschätzung des HGCA wird die Weizenverfütterung im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf gut 6,7 Mio. t ansteigen. Als Grund nennt das HGCA eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit zu anderem Futtergetreide, insbesondere zu importiertem Mais. (db)
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