Märkte am Morgen: Getreide

Mexiko testet deutschen Weizen


Dass sich in jedem Jahr die internationalen Weizenströme verändern, zeigt 2017/18 das Verhalten des mittelamerikanischen Landes Mexiko. Traditionell sind die USA mit 3 Mio. t Weizen im Jahr bisher der größte Lieferant dorthin gewesen. Zusammen mit Soja ergibt sich ein jährlicher Ausfuhrwert von 6,6 Mrd. US-$. Die anhaltende Kritik der US-Regierung am Nafta-Abkommen, Drohungen eines Austritts sowie der angekündigte Mauerbau sind für Mexiko Gründe, sich nach anderen Anbietern von Weizen umzusehen.

Mühlen haben in diesem Wirtschaftsjahr 2017/18 bereits rund 30.000 t Weizen in Argentinien gekauft. Fällt der Testkauf positiv aus, sind weitere Bestellungen möglich. Aufgeschlossen geben sich die Verarbeiter in Mexiko auch gegenüber Weizen aus Deutschland, Polen und Australien. Diese Feststellung kommt von der Außenstelle des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in Mexico City. Nach der angekündigten Schließung der USDA-Außenstelle in Kairo machen sich die Mitarbeiter in Mexiko berechtigte Sorgen, ob sie das gleiche Schicksal treffen wird. US-Weizen verliert mit der US-Dollarstärke und den günstigen Offerten aus den Schwarzmeerländern an Bedeutung bei den internationalen Käuferländern.

China, das Land mit der weltweit größten Weizenproduktion, will ab 2018 seinen Mindestankaufspreis für Weizen senken, um seine Mammutbestände zu reduzieren. Die Regierung hat den Preis für 2018 auf 2.300 Yuan/t (umgerechnet 346 US-$/t) gesenkt, das sind 2,5 Prozent weniger als in diesem Jahr, teilte die Nationale Reformkommission mit. Das USDA schätzt die nationale chinesische Reserve auf rund 127 Mio. t Weizen, bei einem Jahresverbrauch von 116 Mio. t.

Die Börse in Winnipeg hat die Futures an der ICE für Mahlweizen, Durum und Gerste aus dem Handel genommen. Grund dafür sind die seit Jahren geringen Umsätze.
 
Am vergangenen Freitag schlägt sich die allgemeine Verunsicherung über die Wettbewerbsfähigkeit von US-Weizen in Verlusten nieder. Der Dezember-Weizen an der Chicagoer Börse (CBoT) sinkt um 1,3 Prozent auf 4,27 US-$/bushel.

In Paris läuft das Kontrastprogramm. Hier steigen die Hoffnungen, dass der europäische Weizenexport doch noch vor Weihnachten an Fahrt aufnimmt. Der Dezember-Kontrakt für Weizen verzeichnet kleine Gewinne und verabschiedet sich mit 163 €/t in das Wochenende.

Mais: Das USDA gibt die Ausfuhr von 132.000 t US-Mais nach Spanien bekannt. Die Nachricht bestätigt Börsenhändler darin, die Mais aus der Ukraine für überteuert halten. Anders sei der Kauf nicht zu erklären, da die Ukraine eigentlich frachtgünstiger zu den EU-Ländern gelegen liegt. Der Erntedruck in den USA steuert in diesen Tagen seinem Höhepunkt zu. Am heutigen Montag wird ein weiterer offizieller Erntebericht erwartet. Demnach dürfte die US-Maisernte zur Hälfte abgeschlossen sein. In Chicago verliert Mais um 1,75 auf 3,48 US-$/bushel. Dafür steigt der Maiskontrakt in Paris wieder auf 151,50 €/t.

Euro/Dollar: Unterstützung in Paris bietet der schwache Euro. Am vorigen Freitag steht die europäische Währung bei 1,158 US-$, das ist innerhalb von zwei Tagen ein Rückgang um 2 Prozent. (da)
stats