Internationaler Markt

Milchpreise verharren im Tief

Die Milcherzeugung wird 2015 mit voraussichtlich 805 Mio. t um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wachsen. Einen Anstieg registriert die UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) in allen Regionen. Besonders ausgeprägt sei das Wachstum in Asien, analysiert die FAO im neuen Food Outlook. In der EU ist es vergleichsweise moderat mit plus 1,2 Prozent auf etwa 162 Mio. t.

Hohe Nachfrage in Asien

Pulver verliert am meisten
Wie niedrig zurzeit die Weltmarktnotierungen sind, zeigt sich im Vergleich zu April 2014. Die FAO registriert für Magermilchpulver seither einen Preisrückgang um 43 Prozent. Ähnlich stark ausgeprägt ist er für Vollmilchpulver mit 39 Prozent. Etwas glimpflicher kommen Käse mit minus 28 Prozent und Butter mit minus 23 Prozent davon.
Dem Handel mit Milchprodukten bescheinigt die Organisation ebenfalls Potenzial. Sie rechnet mit einem Anstieg um 3 Prozent im Vergleich zu 2014. Die Handelsmenge könnte in diesem Jahr 74 Mio. t, bezogen auf die verarbeitete Milchmenge, erreichen. Begünstigt wird dieses Wachstum durch hohe verfügbare Milchmengen in den Exportländern. Demgegenüber steht eine zunehmende Nachfrage in Asien sowie im Nahen Osten. Die FAO nennt als wichtige sich entwickelnde Käuferländer China, Saudi Arabien, Malaysia, die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam, die Philippinen, Thailand und Oman.

Potenzial sieht die Organisation auch in Afrika, schränkt aber ein, dass dazu die Weltmarktpreise niedrig bleiben müssten. Wachstum sei unter anderem in Algerien, Ägypten und Nigeria möglich. Andere Importländer wie Japan oder Südkorea würden zwar nach wie vor große Mengen beziehen, aber in der Nachfrage stagnieren oder sogar leicht schrumpfen.

Stimmung gedrückt

Die internationalen Notierungen für Milchprodukte sind eher gedrückt. Nach einem Anstieg im Februar und März sind sie im April wieder gefallen. Als bestimmende Gründe nennt die FAO die Erwartung, dass in der EU nach dem Ende der Milchquote die Erzeugung deutlich steigen könnte. Auf der Nachfrageseite beeinträchtigen Unsicherheiten zur chinesischen Nachfrage sowie die anhaltenden russischen Importbeschränkungen die Stimmung. (db)
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