Märkte am Mittag

Mischer bestimmen das Geschehen


Die Mischfutterindustrie bestimmt aktuell überwiegend das Marktgeschehen. Das liegt aber weniger daran, dass Käufer aus der Branche besonders aktiv sind. Vielmehr ist dies darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage aus der Mühlenwirtschaft und dem Export fehlt. Das berichten übereinstimmend Marktteilnehmer aus dem Norden und dem Nordwesten.

Auch die Mischer decken sich nur kurzfristig ein und fragen Ware für November, maximal für Dezember nach. Länger laufende Vorkontrakte werden dagegen nicht getätigt, da den Einkäufern das Preisniveau generell zu hoch ist. Für Mais, franko Oldenburg, liegen die Geldkurse aktuell bei 178 €/t, für Futterweizen, franko Südoldenburg bei 179 €/t, Futtergerste wird zu 169 bis 170 €/t nachgefragt, Triticale auf ähnlichem Niveau. „Die Abgeber wollen durch die Bank 1 bis 2 Euro mehr sehen. Das sind sehr zähe Verhandlungen“, beschreibt ein Makler die Lage. Zurückzuführen ist dies auch darauf, dass viele Erfasser die Ware im Sommer teurer in die Bücher genommen haben, als sie sie aktuell weiterverkaufen können.

Sollte Inlandsware zu teuer bleiben, hat die Nachfrageseite nach Einschätzung von Maklern durchaus Alternativen. So können schwedischer und lettischer Weizen Lücken füllen. Außerdem rechnen Marktteilnehmer aus dem Westen damit, dass viel Importmais nach Brake fließen wird.

Die Mühlenindustrie ist unterdessen nach Einschätzung von Marktteilnehmern bis Februar 2016 eingedeckt. Allerdings ist das Einkaufsverhalten aus der Branche schwer einschätzbar, da sie zuletzt überwiegend nur Mehlgeschäfte abgedeckt hat und darüber hinaus wenig für die Versorgung getan hat.

Mahlweizen an der Matif bewegt sich am Dienstagmittag seitwärts. Der Dezember-Future tritt bei 179,75 €/t auf der Stelle. Die nachfolgenden Termine März, Mai und September 2016 werden zwischen 5 und 10 €/t fester bewertet. An der Chicagoer Börse geben die Getreidenotierungen leicht nach. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA schätzt den Zustand der Winterweizenbestände in den Vereinigten Staaten besser ein als noch in der Vorwoche. Das drückt auf die Weizenkurse in Übersee. (pio)
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