Enge Bilanz

Moskau setzt ehrgeizigen Plan fest

Für die russische Getreideernte 2013 steht die Zielmarke fest. Sie muss mindestens 95 Mio. t erreichen. Sollte sich eine schwächere Ernte abzeichnen, stellt das Agrarministerium in Moskau Markteingriffe in Aussicht. Dann müssten noch in der laufenden Saison die Exporte begrenzt werden, zitiert das Analystenhauses APK-Inform einen hochrangigen Vertreter des Ministeriums.

Zahlenspiele

Fachleute im Ministerium prüfen zurzeit außerdem, den Importzoll auf Getreide bis Ende Juni von derzeit 5 Prozent auf Null zu setzen. Nach offiziellen Angaben hat Russland im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres 2012/13 rund 600.000 t Getreide importiert. Insgesamt könnte es doppelt so viel werden. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA rechnet in der laufenden Saison sogar mit russischen Importen von 2,2 Mio. t.  Die bisherigen russischen Getreideexporte haben sich bis Mitte Februar auf gut 13,7 Mio. t summiert. Insgesamt will das Ministerium Exporte von 14,8 Mio. t zulassen.

Extreme Ausschläge

Russische Getreideernten in Mio. t
200779,8
2008105,7
200994,2
201058,3
201189,7
201267,1 - 70,5
Plan 2013
95,0 
Die jetzt gesetzte offizielle Zielvorgabe von 95 Mio. t für die neue Getreideernte ist recht ehrgeizig. Sie übertrifft den Mittelwert der vergangenen fünf Jahre um mindestens 10 Mio. t. Allerdings blickt Russland auf Extreme zwischen 58 Mio. t im Dürrejahr 2010 und fast 106 Mio. t im Jahr 2008 zurück. Die Ernte 2012 beziffert das Agrarministerium in Moskau auf gut 70 Mio. t. Internationale Analysten setzen das Ergebnis um 3 bis 4 Mio. t niedriger an. Exportbegrenzungen hatte Moskau zuletzt nach der extrem niedrigen Ernte 2010 verhängt. (db) 
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