Getreidequalität

Mühlen beklagen hohen Aufwand


Die Getreideernte 2016 ist in Deutschland sehr heterogen ausgefallen. Auch in einzelnen Anbauregionen wird Getreide mit sehr unterschiedlichen Qualitäten geerntet, stellt der Verband Deutscher Mühlen (VDM) fest. Die Mühlen müssen großen Aufwand treiben, um die Partien zu bemustern und zu sortieren.

Probleme mit Fallzahlen nehmen zu

Die Getreidequalitäten fallen nach Einschätzung des Verbandes von Nord-Osten nach Süd-Westen deutlich ab. Das Getreide ist in vielen Regionen feucht geerntet worden. Die verzögerte Ernte bringt immer deutlichere Probleme mit den Fallzahlen. Die Landwirte fordert der VDM auf, die guten Qualitäten rechtzeitig zu vermarkten und die Mühlen kontinuierlich mit Getreide aller Qualitäten zu versorgen.

Gute Qualität im Norden und Osten

Vor allem im Norden und Osten Deutschlands könnten die Landwirte mit Kornausbildung, Hektolitergewicht, Protein-Kleber-Verhältnis und Fallzahl ganz zufrieden sein. Im Süden und Westen sei viel Getreide mit niedrigen Fallzahlen und schlechten Hektoliter-Gewichten geerntet worden. Aus Sicht des VDM ist eine aufwändige Bemusterung der Qualitäten jeder einzelnen Partie – über die üblichen Untersuchungen bei der Annahme in der Mühle hinaus –in diesem Jahr Pflicht.

Entwarnung bei Fusarien und Mutterkorn

Trotzdem sieht die Mühlenwirtschaft kein grundsätzliches Versorgungsproblem. „Die Mühlen-Kunden werden bei der Qualität des Mehles wie üblich wenige Unterschiede zum Vorjahr bemerken“, sagt VDM-Geschäftsführer Peter Haarbeck. Beim Thema Fusarien oder Mutterkorn, geben die Müller Entwarnung. „Wir haben in diesem Jahr flächendeckend weder beim Roggen Probleme mit Mutterkorn noch beim Weizen mit Fusarien“, so Haarbeck. Zwar würden einzelne Partien gestoßen, aber insgesamt sei die Ernte „völlig in Ordnung“. (SB)
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