Märkte am Mittag:

Mühlen sind vorne versorgt

Am westdeutschen Weizenmarkt ist die Stimmung aufgrund der negativen Börsenvorgaben gedrückt. An der Matif markierte der Novemberweizen heute Vormittag ein neues Kontrakttief und fiel zeitweise auf 169,25 €/t ab. Auch ohne schwächere Vorgaben aus Chicago tendieren die europäischen Weizenmärkte schwach. Stabilisierende Einflüsse tauchen allenfalls kurzfristig auf.
 
Die nordrhein-westfälischen Mühlen haben sich aufgrund der schwachen Börsenvorgaben vom Markt zurückgezogen. Für August sind die Mühlen komplett versorgt und auch für die Anschlusstermine September bzw. Oktober/Dezember winken die Verarbeiter ab. Auch der Handel zeigt derzeit kein Interesse an Eindeckungen. Franko Rheinland liegen die nominellen Quotierungen bei 178 €/t für den September/Dezember.
 
In den Veredlungsregionen gibt es für Futterweizen dagegen Kaufinteresse für die Anschlusstermine bis zum Jahresende. Es fehlt allerdings an Abgabebereitschaft, so dass nur wenige Geschäfte zustande kommen. Für September/Dezember wurden frachtfrei Oldenburg 170 €/t und für Januar/Juli 177 €/t bezahlt. Fast alle Partien mit guten Fallzahlen und passenden Proteinwerten fließen aus dem Norddeutschen Raum in Richtung Hamburger Exportmarkt  und stehen der Mischfutterindustrie nicht zur Verfügung. Das gesamte Futterweizen-Angebot ist er überschaubar.
 
Nachdem zuletzt kaum Raps aus der laufenden Ernte angeboten wurde, hat sich das vordere Angebot wieder geringfügig belebt. Aufgrund der Qualitätsprobleme bei der Weizenernte müssen Erfassungshändlern Lagerraum für Weizen schaffen und trennen sich in diesem Zuge von kleineren bereits eingelagerten Rapspartien. Auf die westdeutschen  Ölmühlenparitäten Neuss und Hamm wird der August mit einem Abschlag von 4 €/t auf die Matif-Novembernotierung gehandelt. An der Matif gaben die Rapsnotierungen heute weiter nach und der November notierte am späten Mittag knapp unter 320 €/t. (St) 
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