Märkte am Mittag

Nervöse Stimmung

Die Brotgetreideernte kommt in Teilen Süddeutschland aus Witterungsgründen nur recht zögerlich voran. Dies hat mittlerweile zu einer gewissen Nervosität bei den Marktbeteiligten geführt. Während in Unter- und Mittelfranken sowie an der Rheinschiene in Baden-Württemberg der Weizendrusch weitgehend beendet ist, hat die Ernte in Schwaben und der Oberpfalz noch nicht einmal richtig begonnen. Auch in Niederbayern stehen noch größere Mengen auf dem Halm.

Insgesamt sind die Naturalerträge vergleichsweise hoch – oft werden um die 8 t/ha gedroschen. Dagegen sind die Qualitäten sehr heterogen. Bei den frühzeitig geernteten A-Weizen-Partien liegen die Proteinwerte zwischen 12 bis 14 Prozent. Auch sind hier die Fallzahlen mit Werten über 300 bis vereinzelt sogar 400 Sek. recht hoch. Aus dem Westen von Baden-Württemberg werden dagegen zum Teil Fallzahlen von nur 100 bis 200 Sek. gemeldet. Häufig sei die Ware nur noch für den Futtertrog geeignet, heißt es.

Vor diesem Hintergrund ist die Markt- und Preisentwicklung nur schwer einzuschätzen. Der vermutlich hohe Anteil an niedrigeren Qualitäten setzt die Notierungen für Futterweizen zunehmend unter Druck. Hier wirken sich auch die Verhältnisse in Frankreich nachteilig aus. Allerdings ist die Preisfindung bislang noch nicht abgeschlossen.

Die Mühleneinstandspreise werden für September/Dezember mit etwa 166 bis 167 €/t franko angegeben. Für A-Weizen sind 171 €/t im Gespräch. Ganz ähnlich sind auch die Notierungen an den Produktenbörsen. Trotz der angespannten Qualitätssituation ignorieren die Verarbeiter in aller Regel höhere Forderungen.


Der November-Weizen in Paris liegt heute Mittag nach mehreren Tagen Aufwind gegenüber gestern um 1,00 € zurück. Am frühen Morgen hat er erneute Versuche unternommen in der festeren Phase zu bleiben, musste aber auch auf 174,25 €/t zurückgehen. Mittags hält er 177,25 €/t. Raps zeigt das Niveau des Vortags mit 325,75 €/t im November. (HH)
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