Märkte am Morgen: Getreide

Neue Ernte gut behauptet

Weizen: Der Frontmonat Mai stand an der Matif unter technischem Druck und fiel nach einem Minus von 3,75 €/t auf 164 €/t. Heute hat der Mai-Kontrakt 2017 seinen letzten Tag auf dem Börsenparkett. Die neue Ernte schloss mit einem freundlicheren Unterton. Der September und der Dezember legten 0,75 €/t zu, der Dezember notierte mit 171,50  €/t. Etwas unterstützt wurden die Kurse von leicht schwächeren Euro, der heute Morgen wieder unter 1,09 US-$ notiert.
 
Die Aussichten für die kommende europäische Weizenernte sind zurzeit nicht optimal, obwohl der Regen etwas Linderung gebracht hat. In Frankreich, dem größten europäischen Weizenerzeuger sind die Bestände schwächer als im Vorjahr entwickelt, auch wenn sie sich etwas erholt haben. Das französische Agrarministerium rechnet weiter mit einem größeren Wetterrisiko für die Weizenbestände.
 
Am Hamburger Markt hat sich die Bezugsgröße für die Prämienberechnung geändert. Sie werden nun von Dezember-Kontrakten der Matif abgeleitet. Unterm Strich haben sie sich dadurch aber kaum verändert, denn für Lieferung Mai werden nun Prämien von 2,5 bis 3,5 €/t über Matif-Dezember genannt.
 
In Chicago setzen vor dem heutigen USDA-Report Gewinnmitnahmen ein und die Notierungen gaben bis zu 4,6 Cent/bushel nach. Der Juli schloss mit 4,22 US-$/bushel. Des USDA hatte zu Wochenbeginn zwar die Bonitierung der Winterweizenbestände in den USA etwas nach unten korrigiert, doch die Korrektur fiel moderater als erwartet aus.
 
Vom neuen Wasde-Report lassen sich für die alte Ernte kaum gravierende Änderungen bei den Endbeständen erwarten. Das USDA wird erstmals eine Schätzung für die kommenden Ernten veröffentlichen. Der Markt geht davon aus, dass die globalen Weizen-Endbestände für die Saison 2017/18 um 6 Mio. t auf 246 Mio. t nach unten fallen könnten. Dies würde aber auch künftig auf eine sehr komfortable Weizenversorgung hindeuten.  
 
Mais: Kleinere Positionierungen vor den heutigen USDA-Zahlen ließen die Chicagoer Mais-Futures und den Juli mit 3,58 US-$/bushel gut behauptet schließen. Die Stimmung für Mais ist unterschwellig etwas freundlicher, denn die Wetteraussichten in Mittleren Westen lassen weitere Niederschläge und Verzögerung bei der Maisaussaat erwarten. Auch die kühlen Temperaturen liegen unter den Durchschnittswerten zu dieser Jahreszeit.
 
Für Brasilien deutet sich eine weitaus größere Maisernte als zuletzt erwartet an, sollten  die Analysten von Cereles Recht behalten. Sie taxieren die diesjährige brasilianische Maisernte auf 97,7 Mio. t und toppen die durchschnittlichen Markterwartungen um 3,5 Mio. t.
 
In Paris notierte die alte Ernte etwas schwächer und der Juli gab 0,75 €/t auf knapp 174  €/t nach. Die neue Ernte legte bis zu 1,50 €/t zu, denn Frankreich wird den Maisanbau voraussichtlich auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren zurückfahren. (St)
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