Märkte am Mittag

Neue Ernte noch zu billig

Markttendenz
Die gesunkenen Ertragsaussichten beim Raps bieten das Potential für höhere Preise. Auch beim Weizen sind keine überdurchschnittlichen Erträge in Sicht.
Das Getreidegeschäft konzentriert sich fast ausschließlich auf den Futtersektor. Sowohl die Verarbeiter selbst als auch der Großhandel treten als Käufer auf, um den Bedarf bis zur neuen Ernte zu decken. Entsprechend fest sind in Südoldenburg und Westfalen die Preise für Futtergetreide. Für Futterweizen müssen bis zu 183 €/t angelegt werden. Die Geldkurse für den Termin September/Dezember liegen gut 10 Euro darunter. Auch Futtergerste kann sich mit 167 €/t gut behaupten. Roggen und Triticale werden gesucht und mit 168 beziehungsweise 174 €/t bezahlt, wenn überhaupt Ware angeboten wird.

In den niedersächsischen Ackerbauregionen liegt nur noch wenig Ware aus der alten Ernte. Bei der Vermarktung der neuen Ernte sind die Landwirte sehr zurückhaltend. Bisher sind nur kleine Mengen unter Vertrag und das meist zu Preisen, die kaum die Produktionskosten decken. Beobachter meinen, dass die Notierungen für die neue Ernte an der Matif auf 175 €/t steigen müssten, um in Norddeutschland kostendeckende Erzeugerpreise zahlen zu können. Die Landwirte haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Preise doch noch anziehen, und warten weiter ab. Die Ertragserwartungen in Niedersachsen sind bestenfalls durchschnittlich, denn die Böden sind häufig nicht ausreichend mit Wasser versorgt. Auch die Niederschläge der vergangenen Tage haben keine spürbare Verbesserung gebracht.

Die Finanz- und Rohstoffmärkte stehen heute im Zeichen der französischen Präsidentschaftswahl. Nach dem deutlichen Plus vom Sonntagabend korrigiert der Euro bis heute Mittag auf 1,095 US$. Dadurch verteuern sich Exporte, sodass Matif-Weizen um 1,00 €/t auf 168,35 €/t nachgibt. Negative Aussichten für die Rapserträge in Europa sorgen an der Matif für etwas höhere Kurse. Die neue Ernte steht mittags mit 371,25 €/t um 1,00 €/t im Plus. (SB)
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