Marktendenz
Die Notierungen für Gerste sind mit zunehmenden Erntedruck abgerutscht. Das Risiko von Vorverträgen geht derzeit kaum jemand ein, bevor er nicht die Getreidequalität kennt. (da)
Der Preisanstieg in der Vorwoche ist schnell wieder verflogen. Nachdem die ersten Mähdrescher ihre Runden gedreht haben und die Meldungen über Qualitäten und Erträge nicht so schlecht ausgefallen sind, haben Händler die Preise für neuerntige Ware wieder schnell nach unten korrigiert. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) stimmt heute bei der offiziellen Eröffnung in Niemegk in Brandenburg die deutschen Landwirte auf eine gute Ernte ein.

„Die deutschen Bauern blicken zuversichtlich auf die in diesen Tagen beginnende Getreideernte. Ein im Vergleich zu den Vorjahren in weiten Teilen günstigerer Witterungsverlauf hat eine gut durchschnittliche Getreideernte heranwachsen lassen“, sagte der DBV-Präsident Joachim Rukwied, vor der Presse auf dem Acker. Er weist jedoch auf die regionalen Ernteschäden durch Unwetter, Starkregen oder Hagel hin, von denen etwa 200.000 ha betroffen sind.

Rapsmenge wie im Vorjahr

Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen lassen eine Getreideernte von 47 bis 48 (49) Mio. t erwarten. Diese Menge entspricht dem fünfjährigen Mittelwert von 47,2 Mio. t. Mio. t. Die Getreideanbaufläche ist mit 6,4 Mio. ha gut 100.000 ha kleiner als 2015. Winterraps dürfte laut DBV wie im Vorjahr 5 Mio. t bringen. Hier gab es einen kleinen Flächenzuwachs.

Schwierig gestaltet sich die Preisentwicklung an den Getreidemärkten. Mit durchschnittlich 140 €/t Brotweizen am Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 gehen die Landwirte in das neue Wirtschaftsjahr 2016/17. Derzeit liegen die Weizenpreise für neue und alte Ware fast gleichauf. Im Vergleich erzielen Erzeuger in diesem Jahr etwa 20 €/t weniger als zur Ernte 2015. Lobend hob der DBV das hohe Exportvolumen in Höhe von 31 Mio. t in der EU-28 hervor. Die Gerstenexporte betrugen 10 Mio. t, doch dürfte es schwer werden, diese Menge 2016/17 zu toppen.

Weizen macht Boden gut

An der Matif versucht Weizen wieder Boden gut zu machen. Der entscheidende Dezembertermin legt um 0,75 auf 155,00 €/t zu. Entsprechend werden die Prämien angepasst. Dagegen stoppt Raps seinen Höhenflug und notiert um die Mittagszeit um 0,75 auf 357,00 t/ha schwächer. (da)
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