Marktsensor

Neue Ernte zögerlich verkauft


Exklusive Schlüsseldaten
Die agrarzeitung hat den Marktsensor gemeinsam mit der Kleffmann-Gruppe entwickelt, um unter Landwirten in Deutschland Schlüsseldaten zu Angebot und Nachfrage zu ermitteln. Teilnehmende Landwirte bekommen die Ergebnisse der Umfrage exklusiv zur Verfügung gestellt und bekommen so Einblicke in das Vermarktungsverhalten ihrer Berufskollegen.
Vergleichsweise hoch sind die Vorräte an Winterweizen und Winterraps in dieser Kampagne. In der Marktsensor-Umfrage Mitte September gaben die teilnehmenden Landwirte im bundesweiten Durchschnitt an, dass sie gut 74 Prozent der Weizenernte 2013 auf Lager halten. Hier ist der Blick auf das Vorjahr aufschlussreich: Bei der Marktsensor-Umfrage im September 2012 hatten die befragten Erzeuger im Schnitt um 6 Prozentpunkte kleinere Vorräte. Bei Raps ist der Vorjahresvergleich noch eindrucksvoller: Gaben die Marktsensor-Teilnehmer im September 2012 an, nur noch 24,6 Prozent ihrer Rapsernte eingelagert zu haben, sind es aktuell gut 47 Prozent.

Passend dazu verläuft die Vermarktung der neuen Ernte im aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14 verhältnismäßig langsam. Verkauft haben Landwirte weniger als ein Drittel der Winterweizenernte 2013. Bei Raps sind immerhin 53 Prozent der eingefahrenen Menge unter Vertrag. Bei Gerste ist bereits gut ein Drittel verkauft. Auch hier erlaubt der Vorjahresvergleich Rückschlüsse auf ein zögerliches Vermarktungsverhalten in der laufenden Saison: Im September 2012 waren laut damaliger Marktsensor-Befragung 68 Prozent des Winterrapses, 38 Prozent der Wintergerste und 34 Prozent des Weizens aus der Ernte 2012 bereits verkauft.

So ganz gewöhnt haben sich die Marktsensor-Teilnehmer unterdessen noch nicht an das im Vergleich zum Vorjahr niedrige Preisniveau. Ihre Preisideen liegen etwas über dem Marktniveau. Im Schnitt gaben die im Rahmen des Marktsensors befragten Erzeuger an, sich ab einem Kassapreis von 185 €/t von ihrer Wintergerste trennen zu wollen. Bei Weizen wollen sie 197 €/t sehen und bei Raps immerhin die Marke von 400 €/t knacken. (pio)
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