Märkte am Morgen: Getreide

Neue Kursgewinne für Weizen


Weizen: Die Sorgen um die französische und deutsche Weizenernte gaben den Notierungen der Matif noch einmal etwas Auftrieb. Der September schloss zwar knapp behauptet, doch der Dezember legte 0,75 €/t auf 170,50 €/t zu. Die Termine im neuen Jahr verbuchen sogar noch etwas größere Kursgewinne. Die Aktivitäten an der Matif waren wie schon an den Vortagen nur unterdurchschnittlich.
 
In Frankreich halten sich hartnäckig Gerüchte, das französische Exporteure für die Erfüllung von Aufträgen auf Weizenimporte angewiesen sein könnten. Die EU-Kommission sieht für die europäische Weizenernte bei weiten nicht so schwarz, wie  viele Analysten. Sie ließ ihre Schätzung der diesjährigen Weichweizenernte für die EU mit 144,5 Mio. t nahezu unverändert wie im Vormonat. Die ersten Druschergebnisse in Großbritannien brachten Weizen mit guten Hektolitergewichten und Fallzahlen sowie ansprechendem Proteinwerten.  
 
Shortabdeckungen und Kassamarktgeschäft mit Nachfrage für Schiffspartien sowie Reaktionen auf die Probleme der westeuropäischen Weizenernte ließen die Chicagoer Weizenkurse bis zu 9 Cent/bushel ansteigen. Der September notierte mit 4,10 US-$/bushel und bewegt sich weiterhin um den tiefsten Stand seit etwa 10 Jahren.
 
Ägypten hat sich nach den jüngsten Käufen seine Weizenversorgung bis Mitte Februar gesichert, verlautet es aus dem Versorgungsministerium. Der Iran hat noch einmal bekräftigt, in den nächsten zehn Jahren seinen Selbstversorgungsgrad für Weizen auf  110 Prozent anzuheben. Anfang der Woche hatte der Iran bekundet, dass er aufgrund einer guten inländischen Weizenernte bis März keinen Importbedarf für Weizen sieht. Syrien benötigt rund 1 Mio. t Weizen um eine akute Hungersnot zu vermeiden. Die Regierung konnte von den eigenen Farmern nur die Hälfte der Vorjahresmengen an Weizen aufkaufen. Syrien deckt sein Importbedarf in der Regel aus der Schwarzmeerregion.
 
Mais: Die Kurse in Chicago tendierten unter dem Einfluss des festeren Weizens gut behauptet und bewegten sich nur wenig. Auch die höheren US-Kassapreise nach Käufern für Schiffspartien stützen die Chicagoer Kurse etwas.
 
Die brasilianische Regierung erwägt, die Resektion für die Einfuhr von gentechnisch veränderten Mais aus den USA zu lockern. Grund hierfür ist die erheblich kleinere diesjährige Maisernte Brasiliens von etwa 70 Mio. t, die 15 Mio. t niedriger als im Vorjahr ausgefallen ist.  
 
An der Matif verlor der August durch technische Einflüsse 1,75 €/t und fiel auf 168,00 €/t. Die neuerntigen Futures notierten bei überschaubaren Kursgewinnen etwas freundlicher. Rumänien hat nach statistischen Auswertungen vom September bis April mit 2,4 Mio. t und damit 46 Prozent weniger Mais als im Vorjahr exportiert. Grund hierfür ist die deutlich kleinere rumänische Maisernte des Vorjahres. (St) 
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