Märkte am Morgen: Ölsaaten

Neuerntiger Raps verliert Substanz

Sojakomplex: Gewinnmitnahmen und Gerüchte über neue Stornierungen Chinas lassen die Sojabohnen wieder schwächer schließen. Sojabohnen und Sojaschrot geben einen Großteil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Die wöchentlichen US-Exportzahlen für die alte Ernte blieben mit 79.500 t Sojabohnen wie schon in den Vorwochen dürftig. Die Vermarktung der alten US-Ernte dürfte weitgehend abgeschlossen sein. Die USA haben bisher bereits mehr als 40 Mio. t Sojabohnen exportiert oder in Exportaufträge gebunden.
 
An der Börse machten Gerüchte die Runde, dass chinesische Importeure weitere 500.000 t Sojaschbohnen aus den USA oder Brasilien storniert oder ausgewaschen haben. Im Markt wurden zudem Zweifel an der USDA Schätzung laut, nach der China in dieser Kampagne 69 Mio. t Sojabohnen importieren soll. Die Zahlen berücksichtigten die jüngsten Entwicklungen in China nicht, wird kritisiert.
 
Die brasilianischen Landschaftsbehörde Conab hat die Schätzung für die Bohnenernte Brasiliens zwar um 640.000 t auf 86,1 Mio. t angehoben, bleibt aber 1,4 Mio. t unter den USDA-Zahlen. In Argentinien kommt die Sojabohnenernte aufgrund von starken Regenfällen zurzeit nur schleppend voran.
 
Raps: Während sich der Frontmonat Mai mit einer Nullnummer behaupten konnte, musste die neue Ernte Federn lassen. Die Kurse gaben 4,50 €/t nach, vermutlich Zuge von Gewinnmitnahmen.
An der Börse in Winnipeg notierte Canola-Raps 3,60 Can-$/t schwächer. Auch dort setzen Gewinnmitnahmen die Kurse unter Druck, die im Zuge der jüngsten Rallye auf den höchsten Stand seit vier Monaten angestiegen waren.
 
Rohöl: Die Börsennotierungen gaben nach drei Tagen im Plus wieder etwas nach. Brent notierte 0,52 US-$/Barrel schwächer. Libyen startet in einem der von den Rebellen freigegeben östlichen Hafen mit den ersten Ölverladungen. Der Markt geht davon aus, dass sich in Kürze das Ölangebot im Nahen Osten erhöhen wird. Am Sonntag sollen zudem Übergabeverhandlungen der Rebellen mit der Regierung über die Freigabe der beiden großen östlichen Ölhäfen Libyens stattfinden. Rückläufige Aktienkurse und schwache Zahlen der chinesischen Exportwirtschaft drückten ebenfalls auf die Rohölkurse. (St)
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