Märkte am Mittag:

Niederlande brauchen Futterweizen

Markttendenz:

Die Weizenpreise an der Matif und am physischen Markt tendieren seitwärts mit einem geringfügig schwächeren Unterton. Raps kann sich aus dem Sog von Soja nicht befreien und steht etwas unter Druck. 

Am westdeutschen Getreidemarkt gehen weder von den Mühlen, noch von der Mischfutterindustrie, noch vom Handel oder der Landwirtschaft nennenswerte Vermarktungsimpulse aus. Die Mühlen sind nach eigenen Aussagen gut versorgt, bekunden hinter vorgehaltener Hand aber noch Kaufinteresse, falls sich die eine oder einige billige franko-Weizenpartie beschaffen lässt. Die nominellen Kurse zu den westdeutschen Mühlen bewegen sich für Oktober/Dezember zwischen 163 und 165 €/t.
 
Am Terminmarkt bewegt sich ebenfalls wenig und die Kurse schwanken nur noch in einer geringen Bandbreite. An der Matif notierte der Weizen heute etwas freundlicher. Im späten Mittagshandel wurde der November nach einem leichten Plus mit 160,50 €/t bewertet und der Märztermin knapp 5 €/t darüber.
 
Futterweizen wird etwas stetiger gefragt, doch das Kaufinteresse in den Veredlungsregionen und der holländischen Mischfutterindustrie hat nachgelassen. Frachtfrei Südholland und Südoldenburg wurde Futterweizen mit 162  bis 163 €/t für Oktober/Dezember angesagt. In den Niederlanden wird eine größere Schiffsankunft mit Futterweizen aus dem Baltikum erwartet. Auch nach Brake soll Futterweizen aus dem Ostseeraum gehandelt sein.
 
Die westdeutsche Landwirtschaft hat bereits einen Großteil ihrer Getreideernte abgerechnet. Aussagen aus dem Erfassungshandel zufolge haben die Landwirte etwa 50 Prozent ihrer Weizenernte verkauft. Ein zusätzlicher Schub lässt sich erst Ende Oktober/Anfang November warten, wenn Pachzahlungen anstehen.
 
Der Rapshandel findet zurzeit fast nur noch am Terminmarkt statt, das Angebot an physischer Ware ist überschaubar. An der Matif notierte der November im Mittagshandel gut behauptet bei 374 €/t. Am physischen Markt haben sich die Prämien wenig bewegt, wurden auf Neuss aber etwas nach oben angepasst. Für Oktober/Dezember werden am Niederrhein Prämien von 8 €/t und von 10 €/t auf Hamm genannt. (St) 
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