Märkte am Mittag

Niedersachsen verkaufen ex Ernte

Markttendenz
Der Angebotsdruck aus der Ernte wird in der kommenden Woche nachlassen. Steigende Preise für Futter- und B-Weizen sind trotzdem nicht in Sicht. Bei Prämien für A-Weizen besteht noch Potenzial.
In Niedersachsen setzte die Ernte die Weizenpreise unter Druck. In dieser Woche konnte der Weizen endlich trocken gedroschen werden, sodass die Mähdrescher im Dauereinsatz waren. Landwirte sind vermehrt bereit, sich von der Ware zu trennen. Im Osten Niedersachsens werden für B-Weizen je nach Marktnähe 140 bis 150 €/t bezahlt. Prämien für A-Weizen liegen bei 5 bis 6 €/t. Im Vergleich zum Frühjahr seien das noch akzeptable Preise, heißt es beim Landhandel. Angesicht der weltweit großen Erntemenge und der angehobenen Schätzung durch das US-Agrarministerium erscheint es vielen Landwirten inzwischen fraglich, ob sich das Lagergeld in den kommenden Monaten aus steigenden Preisen finanzieren lässt.

B-Weizen geht gen Westen

Die Mehl- und Futtermühlen nehmen die Ware auf, allerdings nur für vordere Termine. B-Weizen fließt hauptsächlich nach Westdeutschland ab. Die Qualitätsprobleme im Westen strahlen bis nach Niedersachsen aus. Händler aus dem Rheinland suchen Brotweizen, um Kontrakte bedienen zu können. In Südoldenburg geben die Futterweizenpreise angesichts des größeren Angebots etwas nach. Die Verarbeiter sind bereit, 161 bis 162 €/t franko zu zahlen.

Hohe Erträge in der Börde

In den meisten Landesteilen wird die Getreideernte am Wochenende abgeschlossen. Nur in den Spätdruschgebieten an der Ostfriesischen Nordseeküste und im Harzvorland werden die Mähdrescher in der kommenden Woche weiter im Einsatz sein. In der Hildesheimer und Braunschweiger Börde ist die Ernte kurz vor dem Abschluss. Hier haben die Landwirte auch in diesem Jahr sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Fallzahlen hielten in der Regel bis zum Schluss. Bei Spitzenerträgen von über 10 t/ha fallen erwartungsgemäß die Proteinwerte ab. Die Hektolitergewichte bewegen sich in den vom Markt geforderten Parametern. Der Futterweizenanteil liegt nach ersten Schätzungen bei rund 20 Prozent. Bis sich die Erfasser ein vollständiges Bild von den angelieferten Partien gemacht haben, werden aber noch einige Tage vergehen. (SB)
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