Märkte am Mittag

Niemand geht ins Risiko

Markttendenz
Sollte sich der Weizendrusch verzögern, könnten sich für alterntige Ware noch einmal Absatzchancen ergeben, denn die Futtermühlen sind nur knapp versorgt.
Im westlichen Niedersachsen ist die Wintergerstenernte so gut wie beendet. Eine Ausnahme bildet Ostfriesland, wo die Mähdrescher noch auf den ersten Einsatz des Jahres warten. An der Nordseeküste rechnen die Landhändler im Laufe der kommenden Woche mit den ersten Gersten-Anlieferungen. Bezogen auf die hohen Erwartungen aus dem Frühjahr hat die Gerstenernte enttäuscht.

Schwache Gerstenqualitäten

Die Hektolitergewichte sind unterdurchschnittlich und ausgesprochen heterogen. Die Erträge erreichen gerade einmal den Fünfjahresschnitt. Vereinzelt wurde die Gerste zu nass angeliefert und müsste getrocknet werden. Abgesehen vom Direktgeschäft zwischen Futtermühlen und Futterkunden läuft die Gerstenvermarktung schleppend. Frachtfrei Mühle wurden an die Mischfutterkunden in Südoldenburg ex Ernte 135 €/t bezahlt.

Meist nur Tagespreise

Für ersten Weizen werden bei der Rücknahme von Mischfutter 150 €/t geboten. Nach den starken Preisschwankungen der vergangenen Tage sind die Verarbeiter dazu übergegangen, Wochen- oder Tagespreise zu veröffentlichen. Gedroschen ist die neue Ernte aber noch nicht. Immer wieder kommen einzelne Partien Weizen aus der alten Ernte auf den Markt, für die frachtfrei Futtermühle 158 bis 161 €/t bezahlt werden.


Die Futtermühlen haben für den Herbst noch keine großen Mengen in den Büchern. Auch das Absatzgeschäft läuft auf Sparflamme, sodass es zurzeit wenig Interesse gibt, mit großen Abschlüssen ins Risiko zu gehen. Aufmerksam beobachtet wird die Qualitätsdiskussion beim Weizen. Ein größeres Futterweizenangebot in Frankreich könnte die Warenströme verändern. Wegen der Abwertung des britischen Pfunds erscheint englischer Futterweizen zunehmend interessant.

Matif unter Druck

An der Matif steht Weizen auch heute unter Druck. Bis zum frühen Nachmittag sackt der September auf 157,75 €/t ab und verliert damit seit gestern Mittag fast 6,00 €/t. August-Raps gibt zum gestrigen Schlusskurs 3,00 €/t ab und steht gegen 14 Uhr bei 361,25 €/t. Mais kann sich dagegen einigermaßen halten. Der Frontmonat August notiert mit 173,50 €/t nahezu unverändert. (SB)
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