Märkte am Morgen: Getreide

Noch keine Erholung in Sicht

Weizen: An der Matif deutet sich keine nachhaltige Stabilisierung der Weizenkurse an. Die alte Ernte verlor mit schwachen Vorgaben aus Übersee bis zu 1,50 €/t. Der März schloss mit 164,50 €/t. Ein etwas festerer Eurokurs bremste die schwache Tendenz etwas ab. Heute Morgen notierte Euro gegen den Dollar etwas oberhalb von 1,09 $.
 
Die europäischen Weizenexporte laufen auf Hochtouren. In dieser Woche hat die EU-Kommission neue Exportlizenzen über 822.000 t Weichweizen erteilt, die sich in dieser Kampagne auf 14,8 Mio. t (Vorjahr 16 Mio. t) addiert haben. Die umfangreichen Weizenexporte aus der EU können die Börsennotierungen aber nicht nachhaltig stützen. Allerdings würde es ohne den Export vermutlich noch schlechter um die Weizenpreise aussehen.
 
In Deutschland sind die Exportaussichten weiterhin gedrückt, auch wenn sich derzeit verschiedene Aufträge in einem Gesamtvolumen von 128.000 t für unterschiedliche Destinationen in der Abwicklung befinden oder verladen werden. Am Hamburger Markt waren die Kassa-Prämien für Weizen Basis 12 Prozent Protein mit einem Abschlag von  3,00 bis 3,50 €/t unter Matif-März unverändert.
 
In Chicago verloren die Weizenkurse für die beiden vorderen Termine 4,2 Cent/bushel. Der März notierte bei 4,72 US-$/bushel. Die schwachen US-Weizenexporte, das große globale Angebot und die Andeutung Russlands, die Exportsteuern beim Weizen möglicherweise zu senken, drückten auf die Stimmung.
 
Marokko hat einen neuen Tender über 105.000 t Mahlweizen eröffnet. Die Absicht Ägyptens, an einer Null-Toleranz für Mutterkorn beim Weizenimport festzuhalten, lässt sich nach Ansicht von Wissenschaftlern und Marktexperten kaum einhalten. Auch russische Exporteure bewerten den Grenzwert als unrealistisch.
 
Mais: Gedrückte Soja- und Weizennotierungen drückten den Chicagoer Mais bis zu 4,0 Cent/bushel nach unten. Der März notierte mit 3,65 US-$/bushel. Die anlaufenden Maisexporte Argentiniens dürften die Chicagoer Kurse ebenfalls belastetet haben.
 
China hat im Jahr 2015 nach Angaben der Zollbehörden 4,7 Mio. t Mais importiert. Wichtigster Lieferant für China war die Ukraine mit 3,9 Mio. t Mais.
 
Mais/Gerste: An der Matif notierte Mais bis zu 1,25 €/t schwächer. Der März-Termin fiel auf 154,50 €/t. Die Maiseinfuhren der EU sind stetig, auch wenn die wöchentlichen Importlizenzen von 209.000 t bei weitem nicht die hohen Werte der Vorwochen erreichten. In der Summe haben sich die Importlizenzen für Mais auf 8,3 Mio. t (Vorjahr: 5,1 Mio. t) summiert. Rumänien korrigierte das Ergebnis der 2015er Maisernte um 600.000 t auf 7,1 Mio. t nach unten.
 
Der Gerstenexport aus der EU läuft weiterhin vergleichsweise gut. Mit Exportlizenzen von 147.000 t in dieser Woche haben sich die Ausfuhren der EU in diesem Wirtschaftsjahr auf fast 6,1 Mio. t (Vorjahr: 4,8 Mio. t) addiert. (St) 
stats