Märkte am Mittag

Norden wartet auf Regen

Im Norden blicken die Landwirte mit gemischten Gefühlen auf ihre Raps- und Getreidefelder. Bisher haben sich die Bestände gut entwickelt, auch Pflanzenkrankheiten treten dank der kühlen Witterung in keinem ungewöhnlichen Umfang auf. Nach den Erfahrungen des Vorjahres widmen die Landwirte dem Gelbrost größere Aufmerksamkeit. Vereinzelt sorgten Viruserkrankungen für Probleme. Die Rapsbestände sind vereinzelt etwas lückig aus dem Winter gekommen, haben das aber meist durch eine stärkere Verzweigung kompensiert. Sorgen bereiten den Landwirten die geringen Niederschläge. Vor allem im östlichen Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern waren die vergangenen Wochen zu trocken. Weil es dabei relativ kühl blieb und die Böden aus dem Winter noch recht gut versorgt waren, treten bisher keine Trockenschäden auf.

Während die Landwirte nördlich von Hannover auf ihren leichten Böden Beregnungstechnik einsetzen, sind ihre Kollegen in der Hildesheimer und Braunschweiger Börde nun dringend auf Niederschläge angewiesen. Sollte es in den kommenden zehn Tagen nicht regnen, müssen die Ertragserwartungen heruntergeschraubt werden, meint ein Berater.

Trotz aller Unsicherheiten, hoffen die Landwirte im Norden wegen der bisher guten Entwicklung auf eine erneut überdurchschnittliche Ernte. Mit Vorverträgen halten sich die Erzeuger nach wie vor zurück. Die Kursschwankungen der vergangenen Wochen haben die Unsicherheit weiter verstärkt.

Die Matif ist heute ruhig in die neue Woche gestartet. Am frühen Nachmittag lag der Septemberweizen Nr. 2 mit 184,50 €/t exakt auf dem Niveau des Schlusskurses vom Freitag. Auch die Raps-Futures bewegen sich seitwärts, minimale Gewinne für August auf 377,00 €/t stehen neben leichten Verlusten für den Mai 2016, der ebenfalls mit 377,00 €/t notiert wird.

Auch auf dem Kassamarkt bewegt sich nicht viel. Futtergerste bleibt knapp, Futterweizenpartien werden immer wieder von der Landwirtschaft und der zweiten Hand angeboten. Briefkurse für Futterweizen liegen in Südoldenburg bei 182 €/t, Geldkurse bei 180,00 €/t bis 181,00 €/t. Für Futtergerste zahlen die Verarbeiter in Südoldenburg 170,00 €/t. (SB)
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